Wimbledon 2017 - achter Tag

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Djokovic komplettiert Herren-Viertelfinals

Der dreimalige Wimbledon-Sieger hat nach eigener Aussage seine Tennis-Leidenschaft wieder - kommt damit auch der Erfolg zurück? Unterdessen zieht Kerber-Bezwingerin Muguruza bereits als Erste ins Halbfinale ein.
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Novak Djokovic wollte keine Zeit verlieren, immerhin fehlte dem Serben bereits ein Tag. Die Anspannung war bis unter das geschlossene Dach des altehrwürdigen Centre Courts zu spüren, und dennoch löste Djokovic auch seine vierte Aufgabe in Wimbledon ohne Satzverlust: Für das 6:2, 7:6 (7:5) und 6:4 gegen den Franzosen Adrian Mannarino benötigte er 2:15 Stunden und folgte seinen Kontrahenten mit Verspätung ins Viertelfinale. Dort trifft er am Mittwoch auf den Tschechen Tomas Berdych
Das Match war auf diesen Dienstag verschoben worden, weil Rafael Nadal und Gilles Muller am Montagabend fast fünf Stunden gebraucht hatten, um den Sieger zu ermitteln - der überraschend Muller hieß. "Es war ein langer Tag gestern für uns beide. So ist es eben. Jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist", sagte Djokovic (30), der sich im dritten Durchgang an der Schulter behandeln ließ: "Das beschäftigt mich schon eine Weile, wir müssen sehen, wie es weitergeht, aber ich schaffe es zu spielen."
Neben Top-Favorit Roger Federer aus der Schweiz und Mullers nächstem Gegner Marin Cilic aus Kroatien ist Djokovic der einzige Spieler in der Konkurrenz, der bislang noch keinen Satz verloren hat. Jüngst hatte er erklärt, dass seine Leidenschaft nach einem Jahr im Abwärtsstrudel zurück sei. Djokovic brennt wieder für seinen Sport und geht trotz des verlorenen Tages als haushoher Favorit ins Viertelfinale gegen Berdych. Von den 27 Duellen mit dem Tschechen hat Djokovic 25 gewonnen.
Bereits im Halbfinale steht Garbine Muguruza. Einen Tag nach ihrem Sieg über die Weltranglistenerste Angelique Kerber setzte sich die Spanierin gegen Swetlana Kusnezowa aus Russland mit 6:3 und 6:4 durch und spielt am Donnerstag entweder gegen die Slowakin Magdalena Rybarikowa oder die US-Amerikanerin Coco Vandeweghe um ihren zweiten Final-Einzug im All England Club nach 2015.
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Williams' Erfahrung setzt sich durch
Ebenfalls in der Runde der besten Vier steht Venus Williams. Die fünfmalige Turniersiegerin entschied das Generationenduell gegen die 17 Jahre jüngere French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko aus Lettland mit 6:3 und 7:5 für sich. Für die US-Amerikanerin war es das 100. Match im All England Club. Sie trifft nun auf die Siegerin der Paarung Simona Halep gegen Johanna Konta. In Abwesenheit ihrer Schwester Serena, die wegen ihrer Schwangerschaft fehlt, darf Venus Williams auf ihren ersten Grand-Slam-Titel seit neun Jahren hoffen. Gegen Ostapenko, die bei Williams erstem Wimbledon-Match erst wenige Tage alt war, dominierte sie teilweise wie zu besten Zeiten.
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sw/asz/sn (dpa, sid)
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Überraschendes Aus für Nadal

Mit dem Spanier Rafael Nadal scheitert im Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon einer der Topfavoriten. Auch für Alexander Zverev und Angelique Kerber heißt es: Wimbledon, ade!
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French-Open-Sieger Rafael Nadal ist in Wimbledon überraschend im Achtelfinale ausgeschieden. Der 31 Jahre alte Tennisprofi aus Spanien verlor am Montagabend gegen den Luxemburger Gilles Muller nach einem langen Fünf-Satz-Match mit 3:6, 4:6, 6:3, 6:4 und 13:15. Nadal hatte den Rasenklassiker in London 2008 und 2010 gewonnen und sich zuletzt in Paris seinen zehnten French-Open-Titel gesichert. Neben dem siebenmaligen Champion Roger Federer und Vorjahressieger Andy Murray galt Nadal als aussichtsreichster Anwärter auf den Titel. Doch in einem packenden Match musste er sich nach 4:48 Stunden der Nummer 26 der Tennis-Welt geschlagen geben.
"Ich bin einfach nur glücklich, dass es vorbei ist. Ich hatte schon Angst, dass wir am Dienstag zurückkommen müssen", sagte Muller, nachdem er seinen fünften Matchball bei einbrechender Dunkelheit verwandelt hatte. Am Dienstag wiederkommen müssen deswegen Novak Djokovic und Adrian Mannarino. Der dreimalige Titelträger aus Serbien und der Franzose warteten vergeblich auf ihre Partie, die wegen des Marathon-Matches zwischen Muller und Nadal verschoben wurde.  "Es war nicht mein bestes Match, und ich habe gegen einen sehr unangenehmen Gegner gespielt", sagte Nadal.
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Zu wenige Breakchancen genutzt
Mit Alexander Zverev ist auch der letzte deutsche Tennisprofi im Achtelfinale ausgeschieden. Der 20-Jährige war über weite Strecken gegen den Kanadier Milos Raonic der bessere Spieler. Weil Zverev jedoch zu viele Breakbälle liegen ließ, unterlag er dem Vorjahresfinalisten nach 3:23 Stunden in fünf Sätzen mit 6:4, 5:7, 6:4, 5:7 und 1:6 und verpasste damit ein Viertelfinal-Duell mit seinem Kindheitsidol Roger Federer aus der Schweiz. "Es ist einfach frustrierend", sagte Zverev, der nur drei seiner 17 Chancen zum Break nutzte: "Ich hatte das Gefühl, dass ich jeden Satz bis auf den fünften locker hätte gewinnen müssen."
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Kerber verliert Match und Nummer-Eins-Status
Auch Angelique Kerber musste nach dem Achtelfinale die Koffer packen. Die 29-Jährige verlor trotz ihrer mit Abstand besten Saisonleistung gegen die Spanierin Garbine Muguruza in drei Sätzen mit 6:4, 4:6 und 4:6. "Natürlich bin ich noch enttäuscht. Das wird auch noch ein paar Tage dauern", sagte Kerber nach dem Match: "Aber ich weiß, dass ich auf einem guten Weg bin. Die Motivation und die Leidenschaft sind zurück." Kerber hatte die frühere Finalistin Muguruza, die bis zum Achtelfinale keinen Satz abgegeben hatte, an den Rand der Niederlage gebracht. "Angie hat extrem gut gekämpft, nach einem herausragenden Spiel die Belohnung aber verpasst", befand Bundestrainerin Barbara Rittner. Nach ihrem Achtelfinal-K.o. in Wimbledon ist Kerber in der kommenden Woche auch nicht mehr die Nummer eins der Weltrangliste. Neue Spitzenreiterin wird entweder die Rumänin Simona Halep oder die Tschechin Karolina Pliskova.
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sn/ck (sid, dpa)
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Datum: 12.07.2017
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