UK Wimbledon 2017

Präsentationen | Sport

Williams im Wimbledon-Finale gegen Muguruza

Es wird ein Duell der Generationen. Die 37 Jahre alte Venus Williams trifft im Endspiel in Wimbledon auf die 14 Jahre jüngere Garbine Muguruza. Beide haben in ihren Halbfinals wenig Mühe mit ihren Gegnerinnen.
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Venus Williams strahlte auf dem "Heiligen Rasen" von Wimbledon mit der Sonne um die Wette. Die Last und die Sorgen, die sie nach ihrem tragischen Autounfall in Florida mit sich herumgetragen hatte, schienen mit einem Schlag vergessen. Die 37-Jährige hat in Wimbledon wieder einmal die Zeit zurückgedreht und spielt neun Jahre nach ihrem bislang letzten Triumph beim wichtigsten aller Tennisturniere um ihren sechsten Titel im All England Club. "Ich habe hier so viele Endspiele bestritten, ich konnte mir nicht mehr wünschen. Aber jetzt hätte ich schon gerne noch einen Sieg dazu", sagte Williams, nachdem sie Johanna Konta in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:2 geschlagen und damit die britischen Hoffnungen auf den ersten Heimsieg im Fraueneinzel seit 40 Jahren zerstört hatte.
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Neuntes Wimbledonfinale für Williams
Nach 73 Minuten auf dem Centre Court nutzte Williams ihren dritten Matchball und feierte anschließend mit einem Luftsprung und ihrer berühmten Pirouette um die eigene Achse ihr erstes Wimbledon-Finale seit 2009. Die US-Amerikanerin gab gegen Konta kein einziges Mal ihren Aufschlag ab und nutzte konsequent die Schwächen ihrer Gegnerin. "Meine Erfahrung hat mir geholfen", sagte Williams, die in Wimbledon bereits fünfmal triumphierte (2000, 2001, 2005, 2007 und 2008) und sich dreimal erst im Endspiel ihrer jüngeren Schwester Serena Williams geschlagen geben musste. Die Titelverteidigerin ist schwanger und fehlte deshalb in diesem Jahr bei dem Grand-Slam-Turnier in London.
Vor einigen Wochen war Venus Williams in Florida in einen tödlichen Autounfall verwickelt gewesen. Nach ihrem Erstrunden-Sieg gegen die Belgierin Elise Mertens hatte sie unter Tränen die Pressekonferenz abbrechen müssen, als sie danach gefragt worden war. Ein Mann war an den Folgen des Unfalls gestorben. Die Polizei in Florida teilte mittlerweile mit, dass die Tennisspielerin, anders als zunächst vermutet, keine Schuld trage.
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Muguruza hofft auf Tipps ihrer Trainerin
Mit 37 Jahren ist Venus Williams die älteste Finalistin in Wimbledon seit Martina Navratilova 1994, die damals, ebenfalls mit 37 Jahren, gegen die Spanierin Conchita Martinez verloren hatte. Martinez trainiert jetzt Garbine Muguruza, Williams' Endspielgegnerin am Samstag (15 Uhr MESZ). 14 Lebensjahre trennen die beiden Finalistinnen. Muguruza hatte in ihrem Halbfinale gegen Magdalena Rybarikova aus der Slowakei ebenfalls keine Mühe und gewann nach nur 65 Minuten mit 6:1 und 6:1."Ich habe sehr gut gespielt, es war kein einfaches Match, aber ich war sehr selbstbewusst, und es hat alles geklappt", sagte die 23 Jahre alte Spanierin, die nun auf entscheidende Tipps ihrer Trainerin hofft: "Sie weiß, wie man hier gewinnt, ich habe es letztes Mal nicht geschafft, daher hoffe ich, dass sie mir sagt, wie es geht."
Muguruza hatte im Achtelfinale die Weltranglistenerste Angelique Kerber bezwungen. Jetzt unternimmt sie nach ihrer Niederlage im Finale 2015 gegen Serena Williams den nächsten Versuch, das dritte Grand-Slam-Turnier der Saison zu gewinnen. In der Weltrangliste wird sie sich in der kommenden Woche von Platz 15 unter die Top Ten verbessern. Sollte sie den Titel holen, würde sie sogar unter die besten fünf Spielerinnen im Ranking vordringen.
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Tobias Oelmaier (mit sid, dpa)    
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Murray und Djokovic scheitern in Wimbledon

Das Viertelfinale des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon ist für den körperlich angeschlagenen Lokalmatadoren Andy Murray die Endstation und Novak Djokovic muss verletzt aufgeben. Dafür überrascht ein US-Amerikaner.
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Der Titelverteidiger ist raus. Der Brite Andy Murray verlor in Wimbledon im Viertelfinale gegen Sam Querrey in fünf Sätzen mit 6:3, 4:6, 7:6, 1:6 und 1:6. Querrey ist der erste US-Amerikaner seit Andy Roddick 2009 im Halbfinale eines Grand-Slam-Tennisturniers. Im Kampf um den Einzug in sein erstes Finale trifft der 29-Jährige aus San Francisco am Freitag auf Marin Cilic. Der Kroate gewann gegen Nadal-Bezwinger Gilles Muller ebenfalls in fünf Sätzen.
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Murray gehandicapt
Noch weit mehr Beachtung fand allerdings die Partie des Publikumslieblings Murray. Der Brite war vor heimischen Publikum der große Favorit in dieser Partie, wirkte aber spätestens vom vierten Satz an körperlich schwer angeschlagen, lief vielen Bällen nicht mehr energisch hinterher, nahm aber auch keine Auszeit, um sich behandeln zu lassen. Auf der Tribüne verfolgte Trainer Ivan Lendl mit versteinerter Miene, wie sein Schützling erst die Kontrolle über das Spiel und dann das ganze Match verlor. Offenbar machten Murray die Hüftprobleme, die ihn vor dem Turnier zu einer mehrtägigen Pause gezwungen hatten, mehr zu schaffen als gedacht.
Querrey dagegen zog als erster US-Amerikaner seit Andy Roddick 2009 in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. "Ich bin noch ein bisschen geschockt, ein Traum ist wahr geworden", sagte Querrey. Ein Jahr nach seinem Drittrunden-Erfolg gegen den damaligen Titelverteidiger Novak Djokovic erwies sich der Kalifornier auf dem Heiligen Rasen wieder einmal als wahrhaftiger Favoritenschreck. "Es fühlt sich großartig an", sagte Querrey.
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Querrey mit Rekord-Ausdauer
Die Zuschauer auf dem Centre Court, die sich nach dem im Tiebreak gewonnenen dritten Satz noch begeistert von ihren Sitzen erhoben hatten, verfolgten mit einer Mischung aus Entsetzen und Unglauben die Demontage des Weltranglisten-Ersten in den zwei finalen Durchgängen. Nach 2:42 Stunden beendete Querrey vor den Augen der Tennis-Legenden Rod Laver, Ken Rosewall und Richard Krajicek in der Royal Box das am Ende ungleiche Duell beim zweiten Matchball mit seinem 27. Ass.
Auch das dritte Match über fünf Sätze in diesem Turnier nach den Erfolgen gegen Jo-Wilfried Tsonga und Kevin Anderson entschied Querrey für sich. Und sicherte sich bei seinem 42. Grand Slam Platz eins in einer ganz speziellen Statistik: Noch nie hat ein Spieler so lange gebraucht, um bei einem Grand Slam das Semifinale zu erreichen.
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Der "Djoker" gibt auf
Am Abend erwischte es dann noch einen weiteren großen Namen des Tennis: Der dreimalige Turniersieger und ehemalige Weltranglisten-Erste Novak Djokovic verlässt Wimbledon ebenso vorzeitig wie Murray. Der 30 Jahre alte Tennisprofi aus Serbien gab in seinem Viertelfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych beim Stand von 6:7 (2:7), 0:2 verletzt auf. Zuvor hatte er sich am Ellbogen und an der Schulter behandeln lassen. Berdych trifft bei dem Grand-Slam-Turnier in London jetzt auf Roger Federer.
Der macht es nämlich besser als seine großen Rivalen Murray und Djokovic: Federer zog zum zwölften Mal ins Halbfinale von Wimbledon ein - und das in souveräner Manier. Der 35 Jahre alte Schweizer gewann in seinem 100. Match im All England Club gegen Vorjahresfinalist Milos Raonic nach 1:58 Stunden 6:4, 6:2, 7:6 (7:4).

Federer ohne Satzverlust
Federer revanchierte sich an Raonic für die Halbfinal-Niederlage im vergangenen Jahr und bleibt ohne Satzverlust im Turnier. Häufiger als Federer hat im Herreneinzel von Wimbledon noch nie jemand im Halbfinale gestanden. Der 18-malige Major-Sieger ließ den Amerikaner Jimmy Connors (11) hinter sich und nimmt eine weitere Bestmarke ins Visier. Noch zwei Siege fehlen Federer zum achten Titel in Wimbledon, bisher teilt er sich den Rekord mit Pete Sampras (USA) und William Renshaw (Großbritannien).
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sn/jw/ck (sid, dpa)
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Datum: 15.07.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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