Tennis, Wimbledon-2017, Finale

Präsentationen | Sport

Triumphzug für Muguruza

Eine Tennis-Gala schlechthin: Garbine Muguruza gewinnt zum ersten Mal das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon. Im Finale setzt sie sich erstaunlich deutlich gegen Venus Williams durch. Und Williams verpasst einen Rekord.
***
Garbine Muguruza hat als zweite Spanierin in der 131-jährigen Turniergeschichte der Championships in Wimbledon triumphiert und Venus Williams damit die Rückkehr auf den Grand-Slam-Thron verdorben. Die 23-Jährige setzte sich im Generationenduell gegen die 14 Jahre ältere US-Amerikanerin mit 7:5 und 6:0 durch. Damit feiert sie ihren zweiten Majortitel nach den French Open 2016.
In ihrer Ecke jubelte ihre Teilzeit-Trainerin Conchita Martinez, die 1994 im Finale Rekordsiegerin Martina Navratilova besiegt hatte. In der Royal Box klatschte der spanische König Juan Carlos anerkennend Beifall. Auch die Wimbledon-Siegerinnen vergangener Tage, Navratilova, Marion Bartoli und Billie Jean King freuten sich mit Muguruza.
***
Williams chancenlos
Venus Williams verpasste dagegen ihren sechsten Titel, neun Jahre nachdem sie zum bislang letzten Mal die Venus Rosewater Schale in den Himmel über dem Londoner Südwesten gestreckt hatte. Anders als ihre Schwester Serena, die Muguruza 2015 noch im Endspiel bezwungen hatte und in diesem Jahr hochschwanger fehlte, musste sie sich der Kraft und Präzision der gebürtigen Venezolanerin beugen.
Muguruza hatte vor dem Match angekündigt, besser vorbereitet in ihr zweites Endspiel auf dem "Heiligen Rasen" zu starten. "Das Finale gegen Serena hat mir geholfen, eine bessere Rasenspielerin zu werden", sagte sie und setzte auf die Erfahrung ihrer Vorgängerin Martinez: "Sie weiß, wie man sich vorbereiten und trainieren muss. Sie weiß, was zu tun ist."
***
Wie aus dem Nichts
Die Gespräche mit der früheren Weltranglistenzweiten zahlten sich aus. Muguruza, die im gesamten Turnier nur einen Satz gegen Vorjahresfinalistin Angelique Kerber verloren hatte, behielt im ersten Durchgang die Nerven, als Williams die Initiative ergriff. Zwei Satzbälle wehrte sie bei eigenem Aufschlag ab und verwertete wenig später selbst ihre zweite Chance.
 "Das war einer der besten ersten Sätze, die ich je in einem Wimbledonfinale gesehen habe", schwärmte der dreimalige Titelträger Boris Becker. Allzu hochklassig blieb es jedoch nicht. Während Muguruza das Tempo hochhielt, brach Williams ein. Vor allem beim zweiten Aufschlag offenbarte die älteste Wimbledonfinalistin seit Navratilova 1994 Schwächen.
Muguruza war nach ihrem ersten großen Titel vor etwas mehr als einem Jahr in Roland Garros in ein Loch und anschließend aus den Top 10 gefallen. Kein einziges Finale hatte sie seitdem erreicht, und als auch noch ihr Trainer Sam Sumyk wegen der Schwangerschaft seiner Frau die Reise nach Wimbledon absagte, hatten nur noch wenige Experten Muguruza auf dem Zettel. Zumal sie beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne gegen die Tschechin Barbora Strycova mit 1:6, 0:6 untergegangen war.
***
mrl/ck (sid, dpa)
http://p.dw.com/p/2gbGF
***
Der König von Wimbledon heißt Federer

Roger Federer ist im Finale des traditionsreichsten Tennisturniers der Welt eine Nummer zu groß für Marin Cilic. Ungefährdet holt er sich seinen achten Titel und ist nun neuer Rekord-Sieger. Cilic versagen die Nerven.
***
Das ging wieder mal recht fix - wie schon beim Damen-Finale stand der Sieger des Wimbledon-Endspiels ziemlich schnell fest: Roger Federer ist der neue Champion im All England Club, der Schweizer sicherte sich einen ungefährdeten Drei-Satz-Erfolg und bezwang seinen zeitweise völlig überforderten Kontrahenten Marin Cilic mit 6:3, 6:1 und 6:4. Damit holte er sich den Titel erst als zweiter Spieler nach dem großen Schweden Björn Borg 1976 ohne Satzverlust und feierte gleich zwei Rekorde: Noch nie in der 131-jährigen Turniergeschichte waren einem Spieler acht Triumphe gelungen - außerdem ist er mit 35 Jahren der älteste Wimbledon-Champion in der Geschichte des Profitennis.  
Seine ersten Worte richtete der Rekordsieger an Cilic: "Manchmal ist es grausam, aber du hast gekämpft und bist ein Held", sagte Federer, der sein eigenes Wirken als "magisch" bezeichnete. In der "ewigen" Bestenliste in Wimbledon zog er an dem US-Amerikaner Pete Sampras und dem Briten William Renshaw vorbei. "Aber besser, als die Trophäe in den Händen zu halten, ist, gesund zu sein."
***
Tränendrama bei Cilic
Es waren gerade einmal eine Stunde und eine Minute gespielt, da holte sich Roger Federer bereits den zweiten Satz: 6:3 und 6:1 stand es zu diesem Zeitpunkt in einer bis dahin einseitigen Partie. Nach schwachem Beginn dominierte Federer das Spiel nach Belieben, Cilic leistete sich einen leichten Fehler nach dem anderen.
Dem 28-jährigen Kroaten versagten im größten Match seiner Karriere die Nerven und die Tränen strömten nur so über sein Gesicht, während er sich den linken Fuß bandagieren ließ. Federer bemühte sich indessen, die Emotionen seines Gegners nicht an sich herankommen zu lassen und vermied während der Pause zwischen den Sätzen jeglichen Augenkontakt.  
Bereits kurz zuvor hatte Cilic seinen Tränen freien Lauf gelassen, zu aussichtslos schien seine Lage, zu viele wilde Fehler waren ihm unterlaufen. Da half auch der aufmunternde Applaus von den Rängen nicht viel. Sogar über eine Aufgabe wurde zwischenzeitlich spekuliert. Noch einmal wehrte sich Cilic kurz, holte im dritten Satz vier Spiele, doch Federer ließ sich seinen historischen Sieg nicht mehr nehmen und stürmte in knapp zwei Stunden zum Sieg. Im dritten Satz glückte ihm die Vorentscheidung mit einem Break zum 4:3 und er verwandelte seinen zweiten Matchball zum ersten Wimbledon-Titel seit 2012 und dem achten nach 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2009 und 2012.
***
Tränen auch bei Federer
Für seinen 19. Titel bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere kassiert Federer ein Preisgeld von umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro. In der Weltrangliste wird er sich von Platz fünf auf Rang drei verbessern. Auch Federer war tief bewegt und vergoss ein Freudentränchen.
Der Schweizer krönte im All England Club sein bestes Halbjahr seit langem, das nach sechs Monaten Pause mit dem Sieg bei den Australian Open sensationell begonnen hatte. In der Royal Box verfolgten neben reichlich Tennis-Prominenz auch Prinz William und Herzogin Kate, die britische Premierministerin Theresa May, die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard und Fürst Albert II. von Monaco die Federer-Festspiele und wurden Zeugen des historischen Moments.
***
Olivia Gerstenberger    
http://p.dw.com/p/2gcsS
Datum: 17.07.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
Aufrufe: 22
zagluwka
advanced
Absenden