Tennis US-Open-2017 in New York

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Mischa Zverev steht im US-Open-Achtelfinale

Mischa Zverev steht wie Julia Görges im Achtelfinale der US Open. Dem 30-Jährigen gelang in der dritten Runde in New York ein Sieg, der Erinnerungen an seinen sensationellen Weg in Australien weckte.
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Mischa Zverev winkte nach seinem ersten Einzug ins Achtelfinale der US Open Tribünengast Boris Becker zu und zeigte sich überrascht von sich selbst. Unerwartet glatt in drei Sätzen mit 6:4, 6:3, 7:6 (7:5) gewann der Hamburger am Freitagabend (Ortszeit) seine Drittrundenpartie in New York gegen Aufschlagspezialist John Isner.
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Alles richtig gemacht
Dank seiner konsequenten Netzangriffe bestand der Viertelfinalist der Australian Open die Geduldsprobe und nutzte seinen dritten Matchball. "Ich hätte heute nichts viel besser machen können. Es war einfach ein guter Tag", sagte Zverev. Statt seines an Position vier gesetzten, aber bereits in der zweiten Runde ausgeschiedenen Bruders Alexander vertritt Mischa Zverev auch in der zweiten Woche des Grand-Slam-Turniers die deutschen Hoffnungen.
"Das ist eine Überraschung für mich. Ich habe ihn hier im Achtelfinale oder Viertelfinale erwartet und nun bin ich es", sagte der 30-Jährige nach seinem fast fehlerlosen Auftritt über 2:06 Stunden Spielzeit. Erst nach einem Hinweis beim Siegerinterview entdeckte er Becker, den neuen Chef im deutschen Herren unter den Zuschauern.
Nach Julia Görges bei den Damen steht Zverev als zweiter Deutscher in der Runde der besten 16. Am Samstag spielt zudem Philipp Kohlschreiber seine Drittrunden-Partie gegen den Australier John Millman und hat die Chance auf ein mögliches Achtelfinale gegen Tennis-Star Roger Federer. Anfangs standen 17 deutsche Teilnehmer im Hauptfeld des vierten Grand-Slam-Slam-Turniers des Jahres.
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Unglaubliches Tennis
Zverev trifft im Kampf um einen Platz im Viertelfinale am Sonntag erstmals auf Isners Landsmann Sam Querrey, der Nummer 21 der Welt - ebenfalls eine nicht unlösbare Aufgabe. "Er spielt unglaubliches Tennis, vor allem in diesem Jahr", warnte der Davis-Cup-Spieler. Den Blick auf das Tableau meidet Zverev, doch nach vielen Absagen und Überraschungen bietet das Feld für Außenseiter hervorragende Chancen.
Der an zehn gesetzte Isner war der am besten platzierte Profi in der unteren Hälfte. "Ich habe heute ein großartiges Match gespielt, aber du weißt nie, was in zwei Tagen passiert", sagte Zverev. Nach zwei Fünf-Satz-Matches in den ersten beiden Runden musste der Linkshänder gegen den 2,08 Meter großen Isner geduldig auf seine Chance warten, die sich bei 4:4 erstmals eröffnete: Der Amerikaner erlaubte sich einen Doppelfehler zum 15:40. Dann zwang Zverev ihn mit einem Passierball zum Volleyfehler. Die Taktik, den zweiten Aufschlag früh statt weit hinter der Grundlinie zu nehmen, ging auf.
Mitte des zweiten Satzes ließ sich Isner in einer medizinischen Auszeit den Nacken einrenken. Zwei Spiele später hatte Zverev auch den zweiten Abschnitt sicher. Anders als es sein Bruder gemacht hätte, zeigte Mischa Zverev im größten Tennis-Stadion der Welt kaum Emotionen oder Reaktionen. Egal ob er den Satz gewann oder mit einem Volley brillierte - der Weltranglisten-27. blieb ruhig. Auch nach dem verwandelten Matchball freute er sich bescheiden.
Sein Sieg weckt Erinnerungen an die Australian Open. In Melbourne besiegte der Volleyspezialist den Weltranglisten-15. in der zweiten Runde in fünf Sätzen, ehe er im Achtelfinale sensationell die damalige Nummer eins Andy Murray entzauberte und schließlich ein Viertelfinale gegen den späteren Turniersieger Federer erlebte.
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haz/cgn (dpa, sid)
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Görges erstmals im Achtelfinale der US Open

Nur noch drei Deutsche sind beim letzten Tennis-Grand-Slam-Turnier des Jahres noch dabei, darunter eine Frau: Julia Görges steht in der Runde der letzten 16. Bei den Herren scheidet der nächste topgesetzte Spieler aus.
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Gelöst lachte Julia Görges auf und posierte für Fotos mit einigen Fans: Die letzte deutsche Hoffnungsträgerin steht bei den US Open in New York erstmals im Achtelfinale. Mit einer souveränen und konzentrierten Vorstellung gewann die deutsche Tennisspielerin am Freitag mit  6:3 und 6:3 gegen Aleksandra Krunic aus Serbien. Nach 73 Minuten und dem dritten Matchball feierte die 28-Jährige ihr bestes Abschneiden in Flushing Meadows und ihren ersten Einzug in die Runde der besten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier seit den French Open 2015.
Den ersten Matchball vereitelte Krunic noch mit einer schnellen Vorhand, beim zweiten traf Görges eine Rückhand mit dem Rahmen. Dann flog ein Ball der Serbin ins Netz - und bei Görges fiel die Anspannung ab.  Bei ihrer elften Teilnahme an den US Open in Serie spielt Görges nun am Sonntag gegen die US-Amerikanerin Sloane Stephens um ihre Viertelfinal-Premiere und hat eine unangenehme Aufgabe vor sich. Monatelang fehlte die 24-jährige Stephens verletzt auf der Tour, meldete sich jetzt aber eindrucksvoll zurück. Görges verlor den letzten Vergleich mit der 1,70 Meter großen Rechtshänderin vor zwei Wochen in Cincinnati, Angelique Kerber blieb in Toronto ohne Chance.
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"Topfit und ruhig"
Bei den Herren hat Philipp Kohlschreiber am Samstag die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale, Mischa Zverevs Drittrunden-Match ist für heute als Nightsession angesetzt. Nach dem Erstrunden-Aus der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Angelique Kerber ruhen nun die deutschen Frauen-Hoffnungen auf Görges. "Sie ist so fit wie nie, strahlt eine unheimliche Ruhe aus", erklärte die deutsche Damen-Chefin Barbara Rittner. "Da passt im Moment alles."
Konzentriert und nervenstark ging die deutsche Nummer zwei mit präzisen Grundschlägen ihrer Arbeit nach. Beim 2:1 lag sie erstmals in Führung, souverän hielt sie ihre Aufschlagspiele. Zu Null nahm die Norddeutsche der 24-jährigen  Krunic den Aufschlag zum Satzgewinn ein zweites Mal ab - 6:3.  Auch im zweiten Abschnitt wirkte Görges bissiger als die Weltranglisten-78. auf der anderen Seite. Görges hatte in den Runden zuvor Annika Beck in nur 59 Minuten vom Platz gefegt, die Chinesin Saisai Zheng gar in fünf Minuten weniger.
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"Man darf schon träumen"
Ganz so schnell lief es gegen die schmächtige Serbin Krunic, immerhin US-Open-Viertelfinalistin von 2014, nicht. Im entscheidenden Moment war die Weltranglisten-33. aber da. Eine völlig missratene Rückhand der Kontrahentin sicherte ihr das Spiel zum 5:3. Beim letzten Aufschlagspiel musste Görges die ersten Breakbälle überhaupt gegen sich abwehren, wenig später entschied sie die Partie für sich. "Man sollte ein gesundes Selbstbewusstsein haben und dem vertrauen, was man kann", sagte Görges. "Man darf schon träumen, finde ich."
Bei den Herren ist überraschend der nächste gesetzte Tennisprofi ausgeschieden. Der Weltranglisten-Siebte Marin Cilic aus Kroatien verlor in der dritten Runde gegen den Argentinier Diego Schwartzman mit 6:4, 5:7, 5:7 und 4:6. Der US-Open-Sieger von 2014 war nach dem Aus von Alexander Zverev der am höchsten platzierte Spieler.
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Schwartzman erstmals im Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers
Seit seiner Endspiel-Niederlage von Wimbledon gegen den Schweizer Roger Federer hatte Cilic allerdings verletzungsbedingt vor den US  Open kein Turnier mehr bestritten. Beim abschließenden  Grand-Slam-Turnier der Saison fehlen nach zahlreichen Absagen eine ganze Reihe von Top-Spielern, darunter die früheren Weltranglisten-Ersten Andy Murray und Novak Djokovic.
Der 25-jährige Schwartzman hatte zuvor bei einem Grand-Slam-Turnier noch nie in der Runde der letzten 16 gestanden. Sein nächster Gegner beim mit 50,4 Millionen Dollar dotierten Hartplatzevent in Flushing Meadows ist entweder der Franzose Lucas Pouille oder der Qualifikant Michail Kukuschkin aus Kasachstan.
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sw (dpa, sid)
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Kvitova wirft Muguruza raus

Die Tschechin setzt ihr Comeback fort und verstellt der Spanierin den Weg an die Spitze der Weltrangliste. Für Maria Scharapowa ist das Turnier beendet. Bei den Herren ist Mischa Zverev gegen Sam Querrey ohne Chance.
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Petra Kvitova hat auf der schillerndsten aller Tennis-Bühnen für eine Überraschung und ihr vorläufiges Happy End gesorgt. Die zweimalige Wimbledonsiegerin aus Tschechien, die im Dezember 2016 Opfer einer brutalen Messerattacke geworden war, zog ins Viertelfinale der US Open ein und darf von ihrem ersten New-York-Titel träumen. Die Tschechin schaltete in einem hochklassigen Achtelfinale Garbine Muguruza mit 7:6 (7:3) und 6:3 aus. Die diesjährige Wimbledonsiegerin aus Spanien verpasst damit das Viertelfinale und gleichzeitig die Chance, an die Spitze der Weltrangliste zu klettern.
Für Kvitova setzt sich dagegen ihr großartiges Comeback fort. Die Linkshänderin war am 20. Dezember 2016 in ihrem Apartment im tschechischen Prostejov überfallen und von einem bislang nicht gefassten Einbrecher mit einem Messer schwer an der Schlaghand verletzt worden. Es folgte eine vierstündige Operation, bei der Schädigungen an fünf Sehnen und zwei Nervensträngen behoben wurden. "Ich bin einfach nur glücklich. Nach meiner Rückkehr genieße ich jeden dieser Momente noch mehr", sagte sie nach dem Match.
Kvitova trifft am Dienstag auf Venus Williams. Die 37-jährige US-Amerikanerin, Flushing-Meadows-Gewinnerin von 2000 und 2001, hatte sich mit 6:3, 3:6, 6:1 gegen Carla Suarez Navarro aus Spanien durchgesetzt.
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Scharapowa und Görges scheiden aus
In einem weiteren Duell um den Sprung ins Semifinale stehen sich die Lettin Anastasija Sevastova und Sloane Stephens aus den USA gegenüber. Sevastova hatte die russische Wildcard-Inhaberin Maria Scharapowa mit 5:7, 6:4 und 6:2 ausgeschaltet. "Ich nehme trotzdem viele positive Dinge mit. Ich habe gemerkt, wie mir dieser Wettkampf auf Grand-Slam-Niveau gefehlt hat", betonte Dopingsünderin Scharapowa nach ihrer ersten Major-Teilnahme seit Januar 2016.
Stephens hatte sich mit 6:3, 3:6 und 6:1 gegen Julia Görges durchgesetzt. Damit ist auch die letzte im Turnier verbliebene deutsche Spielerin ausgeschieden. Görges zeigte sich aber trotz der Niederlage nicht ganz unzufrieden: "Ich werde das Positive der letzten Wochen mitnehmen, es war wieder ein großer Schritt nach vorne", sagte die 28-Jährige, die wieder in die Top 30 der Welt zurückkehren wird.
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Mischa Zverev gegen Querrey chancenlos
Eine schmerzhafte Niederlage gab es auch für Mischa Zverev: Der ältere der beiden Zverev-Brüder blieb in New York beim einseitigen 2:6, 2:6, 1:6 gegen den starken US-Amerikaner Sam Querrey überraschend völlig ohne Chance. Damit verpasste der 30-Jährige sein zweites Grand-Slam-Viertelfinale in diesem Jahr.
Nach nur 76 Minuten war Zverevs Aus gegen den Wimbledon-Halbfinalisten besiegelt. Querrey, der nun in der Runde der besten Acht auf den Südafrikaner Kevin Anderson trifft, sagte anschließend: "Ich denke, ich habe sehr gut gespielt. Ich hätte nicht viel besser machen können." 
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Mischa Zverev von Anfang an unter Druck
Mischa Zverev, der im Januar bei den Australian Open in Melboure erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht hatte, stand gegen Querrey von Anfang an unter Druck. Gleich im ersten Aufschlagspiel flogen drei Passierbälle an dem Serve-and-Volley-Spieler vorbei. Nach nur sechs Minuten setzte sich der Bruder von Ausnahmetalent Alexander Zverev beim Stand von 0:3 auf seinen Stuhl. Nach 24 Minuten war der erste Satz weg.
Der 29-jährige Querrey glänzte neben seinen Passierbällen vor allem mit einer hohen Quote an ersten und präzisen Aufschlägen und ließ im gesamten Spielverlauf nicht eine Breakchance zu. Der zweite Satz begann etwas ausgeglichener, war aber mit dem Serviceverlust des Deutschen zum 2:4 entschieden. Zverev war allerdings auch von einer Verletzung an der Schulter des linken Schlagarms gehandicapt. Deshalb musste er sich während der Partie vor 23.771 Zuschauern zweimal behandeln lassen.
Damit hat von den in New York im Hauptfeld gestarteten deutschen Profis nur noch Philipp Kohlschreiber die Chance, in die Runde der letzten Acht einzuziehen. Der an Position 32 gesetzte Augsburger spielt an diesem Montag allerdings gegen Major-Rekordgewinner Roger Federer, der gegen Kohlschreiber eine Bilanz von 11:0 Siegen vorweisen kann.
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uh/asz/stu (dpa, sid)
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Datum: 05.09.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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