Schwarze Woche für die Bundesliga auf internationaler Bühne

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Champions League: Bayern, Dortmund und Leipzig kassieren bittere Niederlagen

Nach Bayern, Dortmund und Leipzig in der Champions League kassieren auch Hoffenheim, Köln und Hertha in der Europa-League bittere Niederlagen auf internationaler Bühne. Was ist nur los mit den Bundesligisten?
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Die Blamage ist komplett. Zum ersten Mal seit 1981 verlieren gleich sechs Bundesligisten innerhalb einer Woche ihre Europapokalspiele. Bezeichnend war der Auftritt von 1899 Hoffenheim am Donnerstag in der Europa-League-Partie bei Ludogorez Rasgrad. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann war mit breiter Brust als Tabellenzweiter der Bundesliga nach Bulgarien gereist. Und begann auch so, mit einem Blitztor nach 96 Sekunden durch Pavel Kaderabek zum 1:0. "Mein Tor war unser einziger guter Moment", fasste der Tscheche nach der 1:2 (1:0)-Niederlage zusammen - und hatte recht. Hoffenheim wirkte ab Mitte der ersten Halbzeit müde, überspielt, unentschlossen und unkonzentriert. Die Gegentore im zweiten Durchgang fielen fast zwangsläufig. So musste sich der Bundesligist am Ende dem bulgarischen Meister - einer guten, aber keiner Top-Mannschaft - absolut verdient geschlagen geben. Für die Hoffenheimer war es, inklusive dem Aus in der Champions-League-Qualifikation, die vierte Niederlage im vierten Europapokalspiel. Eine verheerende Bilanz.
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Ideenlos, glücklos
Auch Hertha BSC ließ beim 0:1 (0:1) bei  Östersunds FK internationale Klasse vermissen. Zugegeben, der Handelfmeter für die Schweden war aus Sicht der Berliner unglücklich. Doch Hertha fiel gegen die Gastgeber, die vor sechs Jahren noch in der vierten schwedischen Liga kickten, auch nichts ein, um dem Spiel eine Wende zu geben. Dass auch das Schlusslicht der Bundesliga, der 1. FC Köln, gegen Roter Stern Belgrad mit 0:1 (0:1) unterlag, klingt noch am wenigsten überraschend. Wieder einmal verschliefen die Kölner die erste Halbzeit komplett. Der Mannschaft von Trainer Peter Stöger muss aber immerhin zugute gehalten werden, dass sie sich im zweiten Durchgang leidenschaftlich gegen die Niederlage stemmte und wirklich Pech hatte. Dreimal Aluminium, es sollte einfach nicht sein.
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Harmlos, ratlos
In der Champions League sah es aus deutscher Sicht genauso düster aus wie in der Europa League. Der FC Bayern ging bei Paris St. Germain mit 0:3 (0:2) unter. Das war eine Demütigung, ein Klassenunterschied wurde offenbar. Die Münchener spielten harmlos, ohne sichtbares Konzept. Dass die entsetzten Vereinsoberen anschließend die Reißleine zogen und Trainer Carlo Ancelotti feuerten, erschien fast zwangläufig. Borussia Dortmund, in der Bundesliga Spitze, bekam beim 1:3 (0:1) gegen Real Madrid ebenfalls seine Grenzen auf internationaler Bühne aufgezeigt. Auch hier war Real eine Klasse besser. Vizemeister RB Leipzig schließlich präsentierte sich  beim 0:2 (0:2) bei Besiktas schlicht überfordert. Trainer Ralph Hasenhüttl räumte anschließend ein, dass einige seiner Spieler mit der Hexenkessel-Atmosphäre in Istanbul nicht klargekommen seien. Eigentlich ein Offenbarungseid. Vielleicht sollten alle Bundesligisten, die international im Einsatz sind, noch einmal in sich gehen, ihr Personal überprüfen und ihre taktischen Konzepte überdenken. Sonst droht die Bundesliga in Europa zur Lachnummer zu werden.
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Stefan Nestler    
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Europa League: Hoffenheim, Köln und Hertha verlieren

Die Europa-League-Vereine 1899 Hoffenheim, 1. FC Köln und Hertha BSC komplettieren die schwarze Europapokal-Woche der Bundesligisten. Alle drei kassieren unnötige Niederlagen.
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Mit sechs Niederlagen für die deutschen Clubs endete der zweite Spieltag im Fußball-Europapokal. Nach den drei Pleiten der Bundesligisten FC Bayern, Borussia Dortmund und RB Leipzig in der Champions League verloren am Donnerstag in der Europa League auch der 1. FC Köln, Hertha BSC und 1899 Hoffenheim ihre Spiele. Der Tabellenzweite der Bundesliga, Hoffenheim, unterlag bei Ludogorez Rasgrad mit 1:2 (1:0). Mit dem schnellsten deutschen Tor in der Europa-League-Geschichte durch Pavel Kaderabek nach 96 Sekunden war das Team von Trainer Julian Nagelsmann zunächst mit 1:0 (2. Minute) in Führung gegangen. Nach der Pause drehte der bulgarische Meister das Spiel und traf nach 45 Sekunden durch Swetoslaw Djakow zum Ausgleich (46.). Mit einem Konter sorgte Jody Lukoki (72.) für den am Ende verdienten Erfolg der Gastgeber. Mit zwei Niederlagen aus den ersten beiden Spielen belegt Hoffenheim in der Tabelle der Gruppe C den letzten Platz.
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Dreimal Aluminium
Dort findet sich auch der 1. FC Köln in der Gruppe H wieder. Die Geißböcke verloren ihr Heimspiel gegen Roter Stern Belgrad unglücklich mit 0:1 (0:1). Die Kölner verschliefen die erste Halbzeit und gerieten durch einen Treffer von Richmond Boakye (30.) verdient in Rückstand. In der zweiten Halbzeit drehte der FC auf, der Ausgleich wollte aber trotz guter Chancen und dreier Pfostentreffer von Milos Jojic (58., 66.) und Leonardo Bittencourt (74.) nicht mehr fallen. Die befürchteten Krawalle im Stadion blieben aus. Rund 2300 Polizisten waren bei der als Hochrisikospiel eingestuften Partie im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern.
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Unglückliches Handspiel
Auch Hertha BSC kassierte bei Östersunds FK in Schweden eine unglückliche Niederlage. Pechvogel des Abends war Abwehrspieler Jordan Torunarigha. Der 20-Jährige verursachte einen umstrittenen Handelfmeter, den Östersunds Kapitän Brwa Nouri sicher zum Siegtreffer (22.) verwandelte. Torunarigha war der Ball aus kürzester Distanz an die Hand geprallt, der italienische Schiedsrichter Luca Banti zeigte nach kurzem Zögern auf den Elfmeterpunkt. In der Tabelle der Gruppe J stehen die Berliner nach zwei Spielen mit einem Punkt auf dem dritten Platz.
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Das sagten die Trainer hinterher:
Europa League Ludogorez Rasgrad - 1899 Hoffenheim Rasgrad Hoffenheim Fußball Europa League Sport
Nagelsmann war bedient
Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim): "Unsere Qualität muss ausreichen, dieses Spiel zu gewinnen. Vor allem, wenn wir nach zwei Minuten führen. Der Gegner kam sehr aggressiv raus, wir haben viele Zweikämpfe verloren. So kannst du nicht gewinnen."
Peter Stöger (1. FC Köln): "Die Umstellung in der Pause hat etwas bewirkt. Ich muss sagen: Für mich als Trainer ist es schön zu sehen, wie die Mannschaft mit der Situation umgeht. Viel besser können wir nicht spielen, und in dieser Phase sowieso nicht. Wir hatten viele Chancen und wenig Glück. Es tut mir für die Jungs richtig leid."
Pal Dardai (Hertha BSC): "Wir wollten nach Europa, uns mit europäischen Teams messen - das ist heute schiefgegangen. Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen, unser Spielplan war gut. Die Tore haben gefehlt."
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Datum: 30.09.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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