Saga "Planet der Affen": Überlebenskampf geht in die nächste Runde

Kino | Präsentationen

Nach zahlreichen Superhelden-Filmen startet jetzt auch in Deutschland der neueste Teil der Planet-der-Affen-Reihe in den Kinos. "Planet der Affen: Survival" ist überraschend dramatisch und emotional.
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Sind Affen die besseren Menschen? Oder, anders gefragt: Gibt es nicht in jeder Spezies die Guten und die Bösen, die Friedlichen und die Aggressiven? Schon der allererste "Planet der Affen"-Film stellte 1968 diese Fragen - Fragen nach Moral und Ethik, nach Menschlichkeit und vertretbaren Grenzen von Wissenschaft und Forschung.
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Der neueste Teil der Affen-Saga überzeugt mit Phantasie und Tiefe
Das war der Clou der Serie, die von Anfang an ja nicht als solche konzipiert worden war und nur fortgesetzt wurde, weil sich der erste Film an den Kinokassen als enorm erfolgreich erwies. Hollywood hat es schon immer verstanden, erfolgsversprechende Filmrezepte zu kopieren und zu wiederholen. Doch anders als in vielen Fortsetzungen von Blockbustern, die den Originalen nur wenig Neues hinzuzufügen, erwies sich die Planet-der-Affen-Reihe als vielschichtig und phantasievoll.
In einem Action- und Fantasy-Film wurden damals Fragen nach dem Sinn des Lebens gestellt. Es wurde über die Zukunft nachgedacht, über das Verhältnis zwischen Mensch und Tier philosophiert. Dass dabei der Mensch im Vergleich zum Affen nicht unbedingt besser abschnitt, war nur eine von vielen überraschenden Erkenntnissen, die man als Zuschauer der Filme gewinnen konnte.
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Eines der einprägsamsten Kinobilder der 1960er Jahre
Die Schlussszene am Ende des "Ur-Films" von 1968 hat sich bis heute tief in das Gedächtnis des Kino-Publikums eingegraben: Taylor (Charlton Heston) reitet mit dem kleinen Mädchen Nova an einem Strand entlang und stößt auf die Überreste der New Yorker Freiheitsstatue. Das Bewusstsein darüber, dass man sich eigentlich die ganze Zeit auf der von einem Atomkrieg zerstörten Erde befunden hat, ließ nicht nur Taylor den Atem stocken - auch die Zuschauern zuckten damals zusammen.
Das Überraschende ist, dass das Konzept der Filme bis heute frisch und aktuell geblieben ist und nur wenig von seinem Reiz eingebüßt hat. Auch der neunte Teil der Saga, die auf den Roman des französischen Autors Pierre Boulle zurückgeht, schafft es, die Zuschauer mit einer wohl dosierten Mischung aus Philosophie und Action zu unterhalten, aber auch zum Nachdenken anzuregen.
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Intelligentes Unterhaltungskino mit Tiefe
Anders als in vielen Blockbustern, die mit einem großen Produktionsbudget das Teenager-Publikum weltweit bei der Stange halten und oftmals nur mit schalen Wiederholungseffekten daherkommen, bietet die Planet-der-Affen-Saga auch etwas fürs Hirn. Und zwar ohne den berühmten moralischen Zeigefinger zu erheben.
Nicht zuletzt haben die Kameraprofis, Tricktechniker und Maskenbildner auch im neuesten Film ganze Arbeit geleistet und ihren Teil zum Gelingen der Serie beigetragen.
Die Bilder sind grandios, die Effekte atemberaubend und die Affen, in denen zumeist Schauspieler stecken, stellen die Darsteller ohne Maske in den Schatten. Hauptdarsteller Andy Serkis, der schon reichlich Erfahrung als Mann in Tierkostümen sammeln konnte (als Gollum in "Herr der Ringe" und als Kong in "King Kong"), überzeugt auch in "Planet der Affen: Survival" einmal mehr als leidenschaftlicher Affenchef Caesar.
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Affe Caesar - vielschichtiger Filmcharakter
Caesar steht im neuen Film ganz eindeutig im Zentrum der Erzählung: als Affe, der sich Gedanken macht. Zwischen Rachegelüsten und Friedenssehnsucht, zwischen Brutalität und Zärtlichkeit wird er hin- und hergerissen, ein von seinen Drehbuchautoren differenziert gestalteter Filmcharakter.
Der Brite Andy Serkis macht das ganz phantastisch. Dass der Zuschauer mit ihm leidet, zwischen Sympathie, Wut und Mitgefühl schwankt, ist so erstaunlich wie bemerkenswert - schließlich sehen wir nur das Antlitz eines Affen, denn die menschlichen Züge des Darstellers Serkin sind, von den Augen einmal abgesehen, vollkommen im Affenkostüm verschwunden.
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Jochen Kürten    
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Datum: 06.08.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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