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Hope Solo beschuldigt Sepp Blatter

Hat der ehemalige FIFA-Präsident der US-Fußballerin Hope Solo an den Hintern gefasst? "Das ist lächerlich", wehrt sich Blatter. Für die betroffene Olympiasiegerin ist es das allerdings überhaupt nicht.
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Die nächste unangenehme Schlagzeile für Sepp Blatter: In einer portugiesischen Zeitung berichtet die amerikanische Fußballerin Hope Solo, dass ihr der damalige FIFA-Präsident an den Hintern gefasst habe. Der Vorfall soll sich bei der Zeremonie des FIFA Ballon d'Or Awards im Januar 2013 ereignet haben. Kurz bevor die beiden die Bühne bestiegen haben, hätte sich Blatter ihr genähert, berichtet Solo. "Sepp Blatter begrabschte meinen Hintern, kurz bevor ich auf die Bühne ging. Es war sexuelle Belästigung, aber alles war ganz normal", sagte Solo dem Blatt Expresso.
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Blatter: "Lächerlich"
Ein Manager der Fußballerin bestätigte den Vorwurf seitens Solo. In einem Post auf Instagram hatte sie bereits am 17. Oktober ihren Respekt für die "mutigen Frauen in Hollywood" bekundet, die im Rahmen der #Metoo-Kampagne an die Öffentlichkeit gingen. Damals hatte sie ihren Fall noch nicht öffentlich gemacht. Der tief gefallene ehemalige Chef des Weltfußballs widersprach den Vorwürfen, die er "lächerlich" nannte. Die von Solo genannten Vorgänge hätten nicht stattgefunden.
Im britischen "Guardian" beschrieb Solo die Situation bei der Preisverleihung. Hope Solo, die damals ihre amerikanische Kollegin Abby Wambach ehrte, war "komplett schockiert und neben mir". Doch die Show hätte weitergehen müssen: "Ich musste mich schnell zusammenreißen und meine Mannschaftskameradin mit der größten Auszeichnung ihrer Karriere ehren. Ich wollte diesen Moment mit ihr feiern und habe meine Aufmerksamkeit schnell auf sie verlagert."
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Solo ermutigt andere Frauen
Die zweifache Olympiasiegerin will mit gutem Beispiel voran gehen und im Zuge der #Metoo-Kampagne weitere Frauen zum Gang an die Öffentlichkeit bewegen. "Über meine ganze Karriere hinweg habe ich Vorfälle wie diesen gesehen", sagte sie dem "Guardian". "Ich würde mehr Frauen sehen, die öffentlich von ihren Erfahrungen berichten."
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Joscha Weber
jw/tk (mit Guardian, AFP, AP)
http://p.dw.com/p/2nRPF
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Fußball-WM 2006: Neue Hinweise belasten Franz Beckenbauer

Wofür zahlten die Macher der Fußball-WM 2006 6,7 Millionen Euro an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus? Ein neuer Hinweis legt nahe, dass damit Schulden von Franz Beckenbauer beglichen wurden.
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Der Fußball-Kaiser ist längst keine Lichtgestalt mehr. Im Gegenteil, er meidet das Rampenlicht. Der Grund ist die laufende juristische Aufarbeitung des WM-Skandals und die damit verbundenen unangenehmen Fragen für Franz Beckenbauer. Der gerät im Skandal um die Fußball-WM 2006 womöglich noch stärker unter Druck: Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge prüft die in der Affäre zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt Hinweise, dass die immer noch ungeklärte Zahlung von 6,7 Millionen Euro der von Beckenbauer angeführten WM-Macher mit einem Investment des "Kaisers" in den TV-Rechte-Bereich zusammenhängen könnte. Demzufolge hätten die Zahlungen nicht im Zusammenhang mit der Organisation des WM-Turniers gestanden.
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Wofür wurden die 6,7 Millionen Euro gezahlt?
Den SZ-Informationen zufolge gehen die Ermittler auf Basis einer Notiz einer Bankangestellten der Vermutung nach, dass 2005 durch die Zahlung des WM-Organisationskomitees von 6,7 Millionen Euro an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus private Verbindlichkeiten Beckenbauers aus einem Geschäft mit internationalen Fernsehrechten an der Heim-WM getilgt worden sein könnten. Bislang hatten die meisten Beteiligten behauptet, die falsch deklarierte und über den Weltverband FIFA geleitete Überweisung stehe in Verbindung mit einer Vorauszahlung von 2002 an die FIFA-Finanzkommission für einen späteren Zuschuss des Weltverbandes für die WM-Organisation. Die FIFA bestreitet eine solche Konstellation seit der Enthüllung des WM-Skandals vor über zwei Jahren.
Der Verdacht der Staatsanwaltschaft würde das Rätsel um die unlogische Erklärung der WM-Macher von einer privaten Zahlung Beckenbauers für ein sogar von der Bundesregierung und zahlreichen Sponsoren unterstütztes Projekt auflösen. Zugleich könnten im Falle einer Bestätigung des neuen Ansatzes mehrere verantwortliche Personen aus dem damaligen WM-OK in Unkenntnis der tatsächlichen Faktenlage gehandelt und die Zahlung veranlasst haben.
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Dem DFB droht eine satte Steuernachzahlung
Auch für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat die neue Spur große Bedeutung. Denn wird der Verdacht bewiesen, kann der Verband in seinem Steuerverfahren nicht mehr eine "betriebliche Veranlassung" für die ominöse Zahlung geltend machen. Damit wäre allerdings auch die für 2006 schon aberkannte Gemeinnützigkeit des DFB kaum noch wiederzuerlangen und der bereits erlassene Steuernachzahlungsbescheid über fast 20 Millionen Euro praktisch nicht mehr anzufechten.
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Joscha Weber    
jw/tk (mit sid, dpa)
http://p.dw.com/p/2nRFS
Datum: 11.11.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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zagluwka
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