Neue Brücke verbindet Kroatien

Präsentationen | Ausflüge | Reisen

Kroatien ist im Süden für einige Kilometer unterbrochen, weil sich dort das Nachbarland Bosnien an die Küste schiebt. Für Hunderttausende Touristen bedeutet das lange Staus und viel Ärger. Aber Besserung ist in Sicht.
***
"Das ist der Durchbruch!", jubelt Ante Mlinaric in seinem kleinen Familienhotel im kroatischen Örtchen Ston an der südlichen Adria. "Das gibt dem Tourismus Schwung!" Anlass seiner Euphorie ist eine neue Brücke, die den Frust für Urlauber in der Region vergessen machen soll. Denn weil das Nachbarland Bosnien-Herzegowina auf 23 Kilometern Länge bis an die Küste reicht und damit Kroatiens Territorium am Meer unterbricht, müssen Durchreisende aus Westeuropa viele Formalitäten über sich ergehen lassen. Kroatien ist Mitglied der EU, Bosnien- Herzegowina ist es nicht. Lange Staus sind die Folge.
Die Brücke soll das ändern. Die EU-Kommission hat im letzten Monat 357 Millionen Euro genehmigt - immerhin 85 Prozent der Gesamtkosten von 420 Millionen Euro. Damit werden die 2,4 Kilometer lange Brücke sowie 20 Kilometer Zu- und Abfahrten gebaut. Seit 20 Jahren schon wurde das Projekt geplant, zweimal bereits der Grundstein gelegt - doch die Bauarbeiten wurden, zuletzt 2010, aus Geldmangel wieder eingestellt.
***
Seit Oktober 2007 ist das Projekt in Arbeit
Wen man an der kroatischen Adria auch fragt, es wird nur in Superlativen geantwortet: Die Brücke gebe Hoffnung, sei ein "süßes Wunder" und lasse "Träume wahrwerden". Warum die vergleichsweise kleine Brücke, die bis 2022 fertiggestellt werden soll, so große Bedeutung hat, ist schnell erklärt. Das südliche Dalmatien mit der Urlauberhochburg Dubrovnik ist seit der Unabhängigkeit Kroatiens 1991 vom großen Rest des Landes abgeschnitten. Denn zwischen Nord- und Südkroatien schiebt sich Bosnien-Herzegowina mit seinem Badeort Neum dazwischen. Der nun in Angriff genommene Verkehrsweg überbrückt diesen Zwischenraum.  Er zweigt vor Erreichen der bosnischen Grenze beim Ort Komarna vom Festland ab und erreicht über das Meer die kroatische Halbinsel Peljesac bei Brijest. Von dort geht es zurück zur pittoresken Festlandküste.
Der verkehrstechnische Bremsklotz Bosnien ist damit umgangen. Bosnische Politiker waren jahrelang gegen die Brücke Sturm gelaufen, weil sie eine Einschränkung des Schiffsverkehrs und damit das Ende des ungehinderten Zugangs zum Meer fürchteten. Aber jetzt sollen auch große Schiffe die 55 Meter hohe Brücke passieren können.
Juristisch gilt ein zusammenhängendes Hoheitsgebiet als eine von drei Voraussetzungen für einen Staat. Das Staatsgebiet Kroatiens ist bisher aber zerstückelt. Und damit auch das Gebiet der EU, dessen Mitglied das Adrialand seit 2013 ist. Dies war wohl auch das Argument, mit dem Zagreb in Brüssel so viel Geld lockermachen konnte. Daneben zählte sicher noch der Wunsch des Landes, sich dem visafreien EU-Schengenraum anzuschließen. Für den wäre die Aus- und Wiedereinreise zwischen Kroatien und Bosnien auf so kurzer Strecke ein zusätzliches Sicherheitsproblem.
***
is/ks (dpa)
http://p.dw.com/p/2ge7o
***
Neues Freibad in Paris

Im Norden der französischen Hauptstadt wird erstmals ein Freibad in einem Kanal eröffnet. Außerdem gibt es Pläne für ein Freibad in der Seine. An deren Ufer erfreut sich schon ein Stadtstrand großer Beliebtheit.
***
Parisbesucher können sich in diesem Sommer im Wasser eines Kanalbeckens erfrischen. Erstmals wurden Schwimmbecken im Bassin de la Villette eingerichtet. Bürgermeisterin Anne Hidalgo will, dass in einigen Jahren auch Baden in der Seine möglich ist. Falls Paris die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 gewinnt, soll dort am Fuße des Eiffelturms der Triathlon austragen werden.
Das Kanal-Freibad ist eine schwimmende Konstruktion und hat drei Becken mit unterschiedlichen Wassertiefen. Die Stadt versichert, dass die Wasserqualität gut sei und regelmäßig überprüft werde. An dem auch von Ausflugsschiffen befahrenen Bassin beginnt der bei Touristen beliebte Canal Saint-Martin, der von dort in die Seine fließt.
Bereits am Montagnachmittag sollten die ersten Schwimmer ins Wasser können, an diesem Dienstag wird es offiziell eingeweiht. Bis auch in der Seine gebadet werden darf, müsste die Wasserqualität noch deutlich besser werden.
***
is/ks (dpa, afp)
http://p.dw.com/p/2gefJ
Datum: 21.07.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
Aufrufe: 45
zagluwka
advanced
Absenden