Kuba entdeckt Kultur- und Öko-Touristen

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Neuer Besucherrekord und nicht nur wegen "Sol y Playa" sollen noch mehr Urlauber auf die sozialistische Karibikinsel kommen. Kubas Regierung will auch für alternative Angebote jenseits der Strände interessieren.
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Das kommunistisch regierte Kuba vermeldet einen neuen Tourismus-Rekord. Im laufenden Jahr haben Medienberichten zufolge bereits drei Millionen Touristen die Karibikinsel besucht. Das entspricht einer Steigerung von 24 Prozent. Die meisten Feriengäste kommen laut Angaben des Tourismusministeriums aus den USA, Kanada, Spanien, Frankreich, Italien und Deutschland. Mit 284.565 US-Touristen besuchten bereits jetzt genauso viele Gäste aus den Vereinigten Staaten die Insel wie im gesamten Jahr 2016. Tourismusminister Manuel Marrero rechnet bis zum Ende des Jahres mit 4,7 Millionen Touristen, im kommenden Jahr solle die "Schallmauer" von fünf Millionen Gästen fallen.
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80 Prozent sind Strandurlauber
Gebogene Palmen, türkisblaues Meer, weißer Sandstrand, heiße Salsa-Rhythmen, kühle Mojitos: So erleben Hunderttausende Touristen jedes Jahr ihren Urlaub auf Kuba. Vor allem in Varadero östlich der Hauptstadt Havanna reihen sich Dutzende Bettenburgen aneinander, aus Deutschland gibt es Direktflüge in dieses karibische All-inclusive-Paradies.
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Playa Esmeralda an der Nordküste
Jahrelang ist Kuba mit dem Tourismusmodell "Sol y Playa" (Sonne und Strand) gut gefahren. Im vergangenen Jahr besuchten vier Millionen Touristen das Land - 13 Prozent mehr als 2015. "Der Tourismus ist eine Schlüsselindustrie", sagt Wirtschaftsprofessor Ricardo Torres von der Universität Havanna. Nach der Entsendung von medizinischem Personal ins Ausland ist der Tourismus der wichtigste Devisenbringer für die sozialistische Karibikinsel.
Vor allem die Besuche aus den Vereinigten Staaten legten kräftig zu. Im vergangenen Jahr reisten rund 284.000 US-Bürger nach Kuba, 74 Prozent mehr als 2015. Auch bei deutschen Urlaubern ist die Insel beliebt: Die Zahl der Touristen aus Deutschland stieg um 38 Prozent auf rund 242.000.
Schöne Strände gibt es allerdings auch in der Dominikanischen Republik und Mexiko, die Drinks schmecken in Puerto Rico und Florida genauso gut. Deshalb will Kuba den Tourismus nun auf eine breitere Basis stellen und Kulturinteressierte und Abenteuerlustige anlocken. "Etwa 80 Prozent sind bei uns reiner Strand-Tourismus. Kuba hat aber viel mehr zu bieten. Wir wollen den Tourismus in das ganze Land bringen", sagt José Daniel Alonso, Generaldirektor für Entwicklung im kubanischen Tourismusministerium.
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Hinter dem Strand beginnt das authentische Kuba
Auf internationalen Tourismusmessen wirbt Kuba beispielsweise für Urlaub in der Provinz Pinar del Río. Im Viñales-Tal können Touristen die Tabak-Produktion kennenlernen und die surreale Landschaft mit den charakteristischen Mogotes (Kegelfelsen) bestaunen. Die Gegend gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Trinidad an der Südküste lockt mit einer gut erhaltenen kolonialen Altstadt und dem nahe gelegenen Tal der Zuckermühlen. "Wir müssen die Besonderheiten Kubas für die Urlauber besser herausarbeiten, um uns von anderen Zielen hier in der Karibik abzuheben", sagt Jesús Pulido vom Nationalen Verband der Wirtschaftswissenschaftler. "Beispielsweise haben wir unsere Gastronomie als Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft." 
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Ist die neue US-Politik ein Hemmschuh für Investoren?
Verglichen mit anderen Reisezielen in der Region ist Kuba recht teuer, die Qualität von Infrastruktur und Service lässt häufig noch zu wünschen übrig. Auf der Suche nach dem authentischen Kuba blicken viele Touristen über solche Mängel hinweg. Noch. "Wir müssen die Qualität der Dienstleistungen verbessern und den Standard der Anlagen anheben", räumt Daniel Alonso vom Tourismusministerium ein. Dafür braucht Kuba Investitionen aus dem Ausland. 110 Projekte hat das Ministerium derzeit für ausländische Investoren ausgeschrieben. Bis 2030 sollen auf Kuba mehr als 100.000 neue Hotelzimmer entstehen. Ausländische Unternehmen dürfen jetzt auch in Städten kleine Hotels betreiben und nicht nur die großen Bettenburgen an den Stränden wie bislang.
Einen Rückschlag für die Modernisierung der touristischen Infrastruktur könnte der neue Kurs von US-Präsident Donald Trump gegenüber Kuba bedeuten. Per Dekret schränkte er zuletzt Kuba-Reisen von US-Touristen ein und verbot direkte Zahlungen von US-Firmen an das kubanische Militär. Und da liegt das Problem: Über die Holding GAESA kontrollieren die Streitkräfte rund 80 Prozent des Tourismussektors. Die Militärs betreiben viele Hotels betreiben über die Firma Gaviota gemeinsam mit internationalen Ketten wie Meliá, Iberostar und Marriott. "Trumps Dekret wird zweifellos einen Effekt haben", sagt Entwicklungsdirektor Daniel Alonso. "Bislang gibt es viele US-Firmen, die Interesse daran haben, mit Gaviota Geschäfte zu machen."
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Denis Düttmann/is/ks (dpa, kna)
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Datum: 31.07.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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