Karneval der Kulturen in Berlin - vier Tage gelebte Vielfalt

Feste | Präsentationen

Populismus, Terror, Fremdenhass - der Karneval der Kulturen in Berlin scheint bedeutender denn je. Denn mit seinen Tanzgruppen und Musikern aus sämtlichen Weltregionen wirbt er für Offenheit, Toleranz und Miteinander.
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"Dieses Jahr ohne KdK (Anm. d. Red.: Karneval der Kulturen) wäre ein Zugeständnis an das große Alphabet, dessen, was die Welt schlechter macht, als sie sein könnte", schreibt der Veranstalter auf seiner Homepage und zählt von A wie "Alternative Fakten", über G wie "Gauland & Co." bis hin zu "K" wie "Krieg im Jemen" die unterschiedlichsten Themen auf.
Bis in den Mai 2017 hinein musste das seit 1996 alljährlich stattfindende Event allerdings um die Finanzierung zittern. Durch neue bundesrechtliche Anforderungen, wie zum Beispiel die Beauftragung von Sicherheitsdienstleistern, hatte der Karneval der Kulturen prompt 185.000 Euro mehr zu stemmen. Doch dann sicherte die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales sowie die für Kultur und Europa im letzten Moment Unterstützung zu und rettete damit den diesjährigen Karneval der Kulturen.
Auch Daniel Tietze, Staatssekretär für Integration, zeigte sich erleichtert und verwies auf die "Bedeutung und Unverzichtbarkeit" des Großereignisses gerade in diesem Jahr.
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Bunte Hauptstadt - buntes Programm
Nachdem das "Zugeständnis an das Alphabet des Schlechten in der Welt" nun abgewehrt ist, kann der diesjährige Karneval der Kulturen vom 2. bis zum 5. Juni bereits zum 22. Mal stattfinden und sein Ziel verfolgen, die Vielfalt Berlins widerzuspiegeln. Immerhin leben in der deutschen Hauptstadt Menschen aus mehr als 180 Staaten.
Höhepunkt des viertägigen Festes ist der Straßenumzug durch Berlins Multikulti-Stadtteil Kreuzberg am 4. Juni. Bei 63 teilnehmenden Gruppen wird mit Sambatänzern, Trommlern oder Stelzenläufern reichlich Abwechslung für Augen und Ohren geboten. Beim Straßenfest, das vom 2. bis zum 5. Juni dauert, werden über 300 Stände Essen und Kunsthandwerk aus unterschiedlichen Kulturkreisen anbieten. Auf insgesamt vier Bühnen treten außerdem zahlreiche internationale Bands und DJs auf. Dazu gibt es acht sogenannte "Music Corners", in denen Musiker in einem etwas intimeren Rahmen performen können.
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Statement gegen Nationalismus  
Entstanden ist der Karneval der Kulturen, nachdem Berlin nach der Wende mehr und mehr zur internationalen Stadt mutierte und zugleich nationalistische und rassistische Stimmen in den 1990er Jahren immer lauter wurden. Daraufhin rief die Stadt den Karneval der Kulturen ins Leben, um ihre Weltoffenheit ganz bewusst zu feiern. Und das tut sie bis heute.
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Bettina Baumann
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Datum: 03.06.2017
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