Großer Preis von Italien: Vettel verliert WM-Führung

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Formel-1-Pilot Lewis Hamilton feiert den Sieg nach seiner Rekordpole, Sebastian Vettel beschert den Tifosi im Monza immerhin das Podium und wird im Ferrari Dritter. Der Rückstand ist dennoch überraschend groß.
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Geschlagen von zwei Silberpfeilen - und das ausgerechnet im Ferrari-Land
Beim Großen Preis von Italien hatte Sebastian Vettel nach dem missratenen Qualifying keine Chance. Besonders bitter: Nun ist er auch die WM-Führung los. Den größten Jubel gab es trotzdem für Vettel, als er auf dem Podium stand. "Es hat etwas gedauert, bis ich dem Auto vertrauen konnte. Trotzdem - hier zu sein, gibt mir viel Mut für die Zukunft." Er rang sich ein gequältes Lächeln ab, doch auch der viermalige Weltmeister wusste zu diesem Zeitpunkt genau: Das war eine mehr als deutliche Niederlage. Zu keiner Zeit hatten die Ferrari gegen dominierende Silberpfeile auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke eine Chance.
Hamilton, der als erster Pilot in der laufenden Saison den zweiten Sieg nacheinander feierte, gewann ungefährdet und total überlegen vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas. "Die Mercedes-Power ist einfach besser als die Ferrari-Power. Und das hat uns zum Sieg geführt an diesem Wochenende", erklärte Hamilton unter den lauten Pfiffen der Ferrari-Fans.
Vettel büßte binnen zwei Rennen seinen 14-Punkte-Vorsprung ein, mit dem er sich in die Sommerpause verabschiedet hatte. Sein Trost: In zwei Wochen wartet mit dem Stadtkurs von Singapur beim Nachtrennen eine Strecke, die dem neuen Ferrari entgegenkommen sollte. Nach 13 von 20 Rennen ist der viermalige Weltmeister aber erst einmal der Jäger mit drei Punkten Rückstand, der dreimalige Champion Hamilton der Gejagte.
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Silberpfeile einsam vorneweg
Für Vettel gab es vom Erlöschen der Roten Ampeln an nur ein Ziel: Unbedingte Aufholjagd zur Schadensbegrenzung nach der völlig verkorksten Regen-Qualifikation. Nur dank diverser Strafen rückte der 30-Jährige letztlich noch bis auf Startrang sechs vor. Als es losging, konnte Vettel aber erstmal keine Plätze gut machen. Immerhin: Er hielt sich auch aus möglichen Karambolagen raus auf dem Weg zur Schikane rund 700 Meter nach der Startlinie.
Hamilton erwischte einen guten Start und zog schnell einsam seine Kreise. Vettel kam von Platz sechs zunächst nicht nach vorn, in der dritten Runde überholte er aber seinen Edelhelfer Kimi Räikkönen aus Finnland, zwei Runden später war der von Startplatz zwei gestartete Rookie Lance Stroll aus Kanada im Williams an der Reihe.
Großer Jubel auf den in Rot getauchten Rängen brandete auf, als sich Vettel im achten von 53 Umläufen den dritten Platz von Force-India-Pilot Esteban Ocon aus Frankreich holte. Die beiden Silberpfeile waren zu diesem Zeitpunkt aber schon weit entfernt.
An der Spitze verteidigte Hamilton in seinem 201. Grand Prix souverän seine Rekordpole - mit der 69. in seiner Karriere überbot der Brite die bis Samstag gemeinsam mit Michael Schumacher gehaltene Bestmarke. Schon bei seinen Monza-Siegen 2012, 2014 und 2015 hatte Hamilton von Startplatz eins gewonnen. Sein diesjähriger Sieg im Reich von Ferrari hätte kaum deutlicher ausfallen können - er kam 36,3 Sekunden vor Vettel ins Ziel. Dessen Landsmänner Nico Hülkenberg im Renault und Pascal Wehrlein im Sauber wurden 13. und 16.
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Reifenplatzer bei Verstappen
Red-Bull-Pilot Max Verstappen blieb im Rennen das Pech treu: Ein ungestümes Manöver von Felipe Massa im Williams zerstörte den linken Vorderreifen, ein früher Boxenstopp machte alle Hoffnungen auf einen der vorderen Plätze beim bereits sechsmal in diesem Jahr ausgeschiedenen Verstappen zunichte. Am Ende rast er immerhin noch auf Rang zehn.
Sein australischer Teamkollege Daniel Ricciardo fuhr mehrmals die schnellste Rennrunde, versuchte alles, kam aber letztlich trotz einer furiosen Fahrt nicht an Vettel ran und wurde Vierter.
Hamilton blieb für alle außer Reichweite. Auch für Vettel, der 2008 seinen ersten Grand-Prix-Sieg im Toro Rosso in Monza gefeiert hatte, im Ferrari aber weiter auf den Heimerfolg wartet. Seit 2010 gewann die Scuderia in Monza nicht mehr.
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Olivia Gerstenberger
og/tk (mit sid, dpa)
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Datum: 07.09.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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