Fußball von Deutschland: Pokalfinale

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Borussia Dortmund gewinnt den DFB-Pokal

Der Favorit hat sich durchgesetzt. Der Bundesliga-Dritte Borussia Dortmund setzt sich im Pokalfinale von Berlin gegen Eintracht Frankfurt durch und holt den Pokal. Trainer Tuchel gibt ein eindeutiges Bekenntnis ab.
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Borussia Dortmund ist DFB-Pokalsieger! Nach zuletzt drei erfolglosen Anläufen gewannen die Dortmunder das Finale in Berlin gegen Eintracht mit 2:1 (1:1) und haben so eine ereignisreiche und sportlich teilweise durchwachsene Saison doch noch gekrönt. Ousmane Dembele (8. Minute) und Pierre-Emerick Aubameyang (67./Foulelfmeter) schossen die Tore für den BVB, Ante Rebic hatte zwischenzeitlich (26.) den Ausgleich erzielt.
In den ersten Minuten war dieses 74. DFB-Pokalendspiel vor 74.000 Zuschauern eine einseitige Angelegenheit. Das Team von Trainer Thomas Tuchel, der den Verein wohl trotz des Titelgewinns verlassen wird, kam immer wieder über Außen bis an die Grundlinie durch und brachte die Eintracht-Abwehr ins Schwimmen. Nach knapp acht Minuten schickte Lukas Piszczek Dembele rechts in den Strafraum, der Franzose schlug noch einen Haken und schlenzte den Ball aus spitzem Winkel an Torwart Lukas Hradecky vorbei unter die Latte. "Es ist ein Wahnsinn, die Haken gehen in beide Richtungen. Er kann mit links und rechts schießen", lobte Tuchel den mutmaßlich nächsten Superstar des BVB.
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Pfostenpech für beide Teams
Die Dortmunder drückten zunächst weiter und hatten mehrere Möglichkeiten, die Führung auszubauen, allerdings blieben die Chancen ungenutzt. Mitte der ersten Halbzeit kamen die Frankfurter, die nun schon seit 29 Jahren auf einen Titel warten, besser ins Spiel und zeigten sich ab und zu vor dem Dortmunder Tor. Rebic vollendete einen Konter nach einem Dortmunder Ballverlust im Mittelfeld dann aber gekonnt zum 1:1.
"Wir haben ein Tor gemacht und dann aufgehört, Fußball zu spielen, weil wir Angst hatten, etwas zu verlieren", analysierte Tuchel, der sich "einfach nur leer fühlte." Und die Eintracht hätte in der Heimatstadt ihres Trainers Nico Kovac sogar in Front gehen können, doch Haris Seferovic traf in der 39. Minute nur den linken Pfosten. "Finals werden durch Kleinigkeiten entschieden", sagte Kovac nach der Partie in der ARD, "aber das Leben geht weiter. Ich glaube, dass meine Mannschaft über 90 Minuten ein gutes Spiel gemacht hat, Gratulation an den BVB, er war einfach besser."
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Alles in Butter zwischen Tuchel und Watzke?
Nach der Pause legten wiederum die Dortmunder los wie die Feuerwehr, und das, obwohl Offensivmann Marco Reus verletzt in der Kabine bleiben musste. Die größte Dortmunder Möglichkeit vereitelte Marco Fabian, als er einen Aubameyang-Fallrückzieher mit dem Schienbein von der Linie schlug und das Lattenkreuz des eigenen Tores traf. Wenige Minuten später machte es Aubameyang besser. Nachdem Hradecky den eingewechselten Christian Pulisic gefoult hatte, chippte sich der  mit Abwanderungsgedanken tragende Gabuner den Ball lässig in die Mitte des Frankfurter Tores. Anschließend zeigte er noch einmal seinen Salto - wohl den letzten im Trikot des BVB.
"Was ich heute erlebt habe, möchte ich unbedingt nochmal erleben", sagte Unglücksrabe Hradecky nach der Begegnung, "die Niederlage macht die Mannschaft noch härter, und ich bin mir sicher, dass die Eintracht noch viel erreichen wird." Und Torjäger Alexander Meier, der sein zweites Pokalfinale nach 2006 verlor, ergänzte: "Es ist sehr traurig, dass wir heute nur Zweiter sind. Heute war es einfach knapp, man ist einfach nur enttäuscht und niedergeschlagen."
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke herzte nach der Partie auch seinen Trainer Tuchel, klopfte ihm auf die Schulter, lachte dabei. Ob der Erfolg die tiefen Rissen doch noch kittet? Das Dortmunder Publikum jedenfalls würde es sich wünschen. Das feierte Tuchel lauthals mit Sprechchören. Dessen Haltung ist eindeutig: "Ich habe noch drei Jahre Vertrag, den möchte ich auf jeden Fall erfüllen".
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Tobias Oelmaier
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Wolfsburg erneut DFB-Pokalsieger der Frauen

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben ihre Saison mit dem Gewinn des Doubles gekrönt. Die deutschen Meisterinnen bezwangen im DFB-Pokalfinale wie im Vorjahr den Außenseiter SC Sand.
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In einem umkämpften Duell behielten die Wolfsburgerinnen mit 2:1 (0:0) gegen den SC Sand die Oberhand und machten den Cup-Hattrick perfekt. Matchwinnerin war die Dänin Pernille Harder mit ihrem Doppelpack (65./75.). Den Anschlusstreffer erzielte Jovana Damnjanovic (78.), als Wolfsburg nach einem Platzverweis gegen Alexandra Popp (77.) in Unterzahl agierte. In der Nachspielzeit sah Wolfsburgs Sara Björk Gunnarsdottir die Gelb-Rote Karte (90.+5).
Mit dem vierten Pokal-Triumph seit 2013 bescherten die Wölfinnen ihrem Trainer Ralf Kellermann das perfekte Abschiedsgeschenk. Nach neun Jahren Doppelfunktion und neun Titeln in den vergangenen fünf Jahren konzentriert sich der 48-Jährige nun auf den Job als Sportlicher Leiter der VfL-Frauen.
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Kaum Klassenunterschied zu erkennen
Vor 17.016 Zuschauern im Kölner Stadion war im ersten Durchgang kaum ein Klassenunterschied zwischen dem zweimaligen Champions-League-Sieger und dem Achten der abgelaufenen Bundesliga-Saison auszumachen. Der Klub aus dem südbadischen 2000-Einwohner-Dorf ließ defensiv wenig zu und setzte nach vorne, auch begünstigt durch Wolfsburger Ballverluste, erste Nadelstiche.
Zu statisch, zu unpräzise, zu ideenlos: Das internationale VfL-Starensemble brachte im Aufbauspiel zunächst kaum etwas Zielführendes zustande. Ein Schuss von Harder (25.), den Sands Torfrau Carina Schlüter entschärfte, war die beste Torchance der Wölfinnen vor der Halbzeitpause. Auf der Gegenseite vergaben Verena Aschauer (17.) und Laura Feiersinger (45.) ihre Gelegenheiten zur Sander Führung.
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Sand wehrt sich tapfer
Da Linksverteidigerin Isabel Kerschowski ihre liebe Mühe mit Sands schneller Stürmerin Damnjanovic hatte, wechselte Kellermann zur zweiten Hälfte Noelle Maritz für die Olympiasiegerin ein. Wolfsburg erhöhte bei hochsommerlichen Temperaturen den Druck und kam häufiger vors Tor, Sand stand tief, wehrte sich tapfer und lauerte auf Konter.
Mit einer Standardsituation brach der VfL den Bann: Nach einem Eckstoß von Wirbelwind Caroline Hansen köpfte die im Winter verpflichtete Harder ein. Den zweiten Treffer bereitete Popp per Flanke vor, kurz danach wurde die Nationalstürmerin wegen unsportlichen Verhaltens von Schiedsrichterin Ines Appelmann des Feldes verwiesen.
Vor dem Spiel hatte es beim VfL Misstöne gegeben, da auf Wunsch des Klubs die für Sonntag vorgesehene offizielle Feier für das Frauen-Team am Wolfsburger Rathaus abgesagt und auf den Beginn der nächsten Saison verschoben worden war. Der "gesamte VfL" konzentriere sich "in diesen Tagen natürlich komplett auf die Relegation" der Männermannschaft, so die Begründung. Kellermann äußerte Kritik und bemängelte die interne Kommunikation: "Das hat uns hart getroffen."
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al/to (sid, dpa)
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Datum: 28.05.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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