Formel 1: Vettel gewinnt Großen Preis von Monaco

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16 Jahre lang mussten die Ferraristi warten, nun dürfen sie in Monte Carlo wieder jubeln. Weltmeister Lewis Hamilton betreibt bestmögliche Schadensbegenzung, und Pascal Wehrlein erlebt eine Schrecksekunde.
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Am Ende schrie er seine Freude heraus: "Yes, yes, yes!" Danach bedankte er sich artig auf italienisch bei seinem Team, die ihm ein "wunderbares Auto" für das Rennwochenende hingestellt hatten. Es war ein verdientes Kompliment, denn leicht und locker hatte sich Sebastian Vettel im Ferrari zuvor gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Für den vierfachen Weltmeister war es der zweite Erfolg beim Großen Preis von Monaco. Er verwies seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen und Daniel Ricciardo im Red Bull auf die weiteren Plätze. Weltmeister Lewis Hamilton, der nach einem katastrophalen Qualifying am Samstag nur von Rang 13 ins Rennen gegangen war, beendete den sechsten WM-Lauf nach guter Aufholjagd als Siebter.  
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Keine Chance zu Überholen
Nachdem es zunächst so aussah, als sollte das Rennen so gut wie ohne Höhepunkte über die Bühne gehen, sorgte ein Unfall des deutschen Sauber-Piloten Pascal Wehrlein für eine Schrecksekunde. Wehrlein war in der Kurve vor dem Tunnel mit Jenson Button im McLaren kollidiert und dem Briten über die Reifen gefahren. Dadurch stellte sich Wehrleins Bolide auf, krachte in die Reifenstapel und kam auf zwei Reifen stehend dagegen gelehnt zum Stillstand. Der Fahrer musste sich in seinem Cockpit ganz klein machen, um nicht am Kopf getroffen zu werden, funkte aber bald aus dem Auto: "Es geht mir gut. Noch besser wäre allerdings, wenn ich aussteigen könnte." Wenig später wurde er befreit, während das Safety Car das Rennen neutralisierte.
Ansonsten gab es kaum echte Rennszenen zu bestaunen. Da die Autos in dieser Saison breiter geworden sind, ließ die enge und winkelige Strecke in Monte Carlo keine Überholmanöver zu. Die Entscheidung fiel daher an der Box. Nachdem der zunächst führende Räikkönen bereits seine Reifen gewechselt hatte, fuhr Vettel - nun Erster - zweimal in Folge die schnellste Rennrunde und kam anschließend auch in die Box. Knapp vor dem Finnen fädelte er sich wieder ein und behielt seine Spitzenposition. Mit dem erlösenden ersten Sieg seit 16 Jahren im Fürstentum beerbte er Michael Schumacher, der 2001 als letzter Ferrari-Pilot den Sieg errang.
In der WM-Gesamtwertung baute Vettel seinen Vorsprung vor Hamilton um 19 Zähler auf 25 Punkte aus. Das nächste Rennen ist der Große Preis von Kanada in Montreal, der am 11. Juni stattfindet.
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Viel Fußball-Prominenz
Das schillerndste Rennen der Formel 1 hatte auch in diesem Jahr wieder unzählige Prominente angezogen, unter anderem waren Fußball-Weltmeister Sami Khedira, Bayern-Star Robert Lewandowski und ManUnited-Trainer Jose Mourinho vor dem Start in der Startaufstellung unterwegs. Und natürlich war auch der zurückgetretene Weltmeister Nico Rosberg dabei, der in Monaco lebt.
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Ferrari glänzt im Monaco-Qualifying

Kimi Räikkönen überrascht als Schnellster auf dem Formel-1-Kurs von Monaco und geht von der Pole-Position ins Rennen. Ihm folgt sein Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel. Und Lewis Hamilton erwischt einen schwarzen Tag.
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Ferrari greift dank einer historischen Runde von Kimi Räikkönen nach dem lang ersehnten Sieg auf den Straßen von Monaco, dahinter macht Sebastian Vettel die erste Startreihe für die Scuderia komplett. Rivale Lewis Hamilton hat dagegen schon vor dem Start des Großen Preises seine Chancen fast komplett verspielt.
In 1:12,178 Minuten stellte Räikkönen den Streckenrekord im Fürstentum auf und stach damit auch seinen Teamkollegen Vettel aus, es ist die erste Pole für den Finnen seit knapp neun Jahren. "Ich bin nicht so glücklich, wie ich sein könnte, aber das spielt jetzt keine Rolle", sagte Vettel: "Es ist sehr schön für das Team, und das Auto liegt auch gut."
Ferrari hat am Sonntag damit beste Aussichten auf den ersten Monaco-Triumph seit 16 Jahren, 2001 hatte Michael Schumacher hier zuletzt für die Scuderia gewonnen. WM-Spitzenreiter Vettel kann zudem seinen Vorsprung von derzeit sechs Zählern auf Hamilton deutlich ausbauen. Denn der Engländer kam am Samstag überhaupt nicht zurecht, verpasste das entscheidende Q3 und geht nur von Rang 13 ins Rennen. Hamiltons Stallrivale Valtteri Bottas aus Finnland belegte den dritten Platz.
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Warten auf Montag
Hamilton habe es nicht geschafft, Grip aufzubauen, sagte Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda bei RTL: "Für ihn eine Katastrophe, auch mit Blick auf die WM. Wir müssen genau analysieren, ob etwas kaputt war oder das Setup verkehrt war. Eine Katastrophe!" Auch Hamilton selbst war schon am Samstag die Lust auf das größte Rennen des Jahres vergangen. "Wenn ich morgen einen Punkt bekomme, wäre das schon toll", sagte er: "Ich freue mich, wenn morgen vorbei ist."
Um rund 1,5 Sekunden lag Räikkönen mit seiner Pole-Zeit unter der Bestmarke aus der Zeit des alten Aerodynamik-Reglements. Auf einem derart kurzen Kurs wie der 3,337 km langen Strecke im Fürstentum sind das Welten. Dank der neuen Aerodynamik ist der Anpressdruck höher, zudem bieten die breiteren Reifen mehr Grip - zusammen ermöglicht das viel höhere Kurvengeschwindigkeit.
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Keine Chance gegen den Saugnapf
Bei Mercedes begann gleich nach dem Qualifying indes die Aufarbeitung. Ohnehin hatte man die Reise an die Cote d'Azur mit einiger Ungewissheit angetreten, denn der besonders lange Radstand des W08 ist in den engen Kurven des Stadtkurses ein Nachteil. Schon im freien Training verpokerte sich das Team zudem mit dem Setup, Silber fuhr der Spitze nur hinterher, baute die Boliden um - doch es wurde nicht besser. Die Scuderia beeindruckte dagegen über das gesamte Wochenende und ließ bei Mercedes schon Böses erahnen. "Der Ferrari liegt hier wie ein Saugnapf", sagte Lauda vor dem Qualifying.
Im Kampf um die Pole hatte Hamilton dagegen deutliche Nachteile auch im Vergleich mit seinem Teamkollegen Bottas, bis kurz vor Ende des Q2 brachte er keine ausreichend schnelle Runde zustande. Seinen letzten schnellen Versuch musste er dann abbrechen, da McLaren-Pilot Stoffel Vandoorne (Belgien) vor ihm einen Unfall baute. Nico Hülkenberg im Renault rückte aufgrund von Strafen für die Konkurrenz auf den zehnten Startplatz vor, Pascal Wehrlein im Sauber geht von Position 18 ins Rennen.
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to (sid, dpa)
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Datum: 29.05.2017
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