Formel 1, Grand Prix of Malaysia

Präsentationen | Sport

Verstappen siegt, Vettel verliert an Boden

Bei einem überzeugenden Sieg von Max Verstappen zeigt Sebastian Vettel eine tolle Aufholjagd, die ein kurioses Ende findet. Erleichterung herrscht dagegen bei Hamilton und seinem Team.
***
Sebastian Vettel verliert trotz einer furiosen Aufholjagd in Malaysia den WM-Titel immer mehr aus dem Blick. Der Ferrari-Star stürmte beim zweiten Formel-1-Sieg von Max Verstappen im Red Bull nach seiner missratenen Qualifikation von ganz hinten noch auf Rang vier. Da Lewis Hamilton im Mercedes aber fünf Rennen vor Saisonende in Sepang einen ungefährdeten zweiten Rang einfuhr, wuchs der Rückstand Vettels auf den WM-Spitzenreiter auf satte 34 Punkte an. Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo wurde Dritter. "Das Auto hat sich gut angefühlt. Ich habe gesehen, dass Lewis Probleme mit der Traktion hat. Ein unglaublicher Sieg", sagte Verstappen bei der Siegerehrung. Hamilton war keineswegs unzufrieden: "Wir haben so ein Ergebnis hier gebraucht. Ich habe weiter ein gutes Gefühl. Das Rennen war sehr hart."
***
Vettel: „Es war Schadensbegrenzung"
Vettel, im Qualifying durch Motorenprobleme zurückgeworfen, war vor allem in der zweiten Rennhälfte lange Zeit mit Abstand schnellster Mann im Feld. Die Silberpfeile kämpften auf der vermeintlichen Mercedes-Strecke in Sepang dagegen über das gesamte Wochenende mit ihren Reifen - diese wiederkehrende Schwäche lässt Ferrari und Vettel für die restliche Saison hoffen. "Am Ende ging uns ein bisschen die Luft aus. Es war Schadensbegrenzung", sagte Vettel nach dem Rennen: "Ich habe gepusht, um Daniel einzuholen. Am Schluss wurden die Bremsen ein bisschen heiß, da habe ich Abstand genommen. Der Speed war da, um das Rennen zu gewinnen. Insgesamt müssen wir mit dem vierten Platz zufrieden sein."
***
Wehrlein wird zum Taxifahrer
Kurios wurde es in der Ehrenrunde: Williams-Pilot Lance Stroll und Vettels Ferrari kollidierten, der Ferrari wurde durch den Crash zu einem Dreirad umfunktioniert und musste abgeschleppt werden. Vettel fluchte im Boxenfunk: "Das ist nicht möglich. Stroll schaut gar nicht, wo es hingeht." Sauber-Pilot Pascal Wehrlein wartete auf den genervten Vettel und nahm ihn als "Beifahrer" mit zurück in die Box. Nico Hülkenberg beendete im Renault ein enttäuschendes Rennen auf Platz 16, Wehrlein belegte im Sauber den 17. Platz.
***
http://p.dw.com/p/2l2rF
***
Heftiger Rückschlag für Vettel

Der Ferrari-Pilot muss beim Großen Preis von Malaysia vom Ende des Feldes starten. Nur zwei Wochen nach dem Startunfall von Singapur könnte das Sebastian Vettel entscheidende Punkte im Kampf um den WM-Titel kosten.
***
Motorprobleme haben Sebastian Vettel im Qualifying beim Großen Preis von Malaysia um jede Chance gebracht. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes nutzte die Probleme seines Rivalen direkt aus und sicherte sich die 70. Pole Position seiner Karriere. Dabei wird er vor Vettels Teamkollegen Kimi Räikkönen starten. Der Finne verpasste den ersten Rang um nur 45 Tausendstel und beging in seiner schnellen Runde noch einen Fahrfehler. Um so ärgerlicher für Vettel: Die Pole wäre für den Ferrari-Piloten also möglich gewesen.
"Ich habe auf einmal Leistung verloren, wir hatten keinen Ladedruck mehr. Woher das kommt, wissen wir noch nicht", sagte Vettel, der gleich nach der ersten Ausfahrt wieder an die Box musste und keine gezeitete Runde drehen konnte. Der 30-Jährige gab sich mit Blick auf das Rennen aber kämpferisch: "Ich stünde lieber ganz vorne, und das wäre hier möglich gewesen. Aber wir haben ein schnelles Auto, wir müssen uns nicht so große Sorgen machen. Da ist noch viel drin."
In der Tat sollte Vettel die Möglichkeit haben, auf dem Kurs in Sepang zahlreiche Konkurrenten zu überholen, je nach Rennverlauf, Wetterbedingungen und Safety-Car-Einsätzen ist sogar ein Podestplatz nicht völlig unrealistisch. Im Normalfall dürfte Hamilton jedoch seinen Vorsprung in der WM-Wertung von derzeit 28 Punkten noch einmal deutlich ausbauen. Dann dürfte Vettels Jagd auf den Briten in den fünf verbleibenden Rennen noch aussichtsloser werden.
 "Es tut mir leid, wie es für Sebastian gelaufen ist", sagte Hamilton: "Wir selbst wussten heute nicht, was passieren würde, wir hatten Schwierigkeiten. Aber mein Team hat das Auto rechtzeitig hinbekommen."
***
Motorwechsel ohne gewünschten Effekt
Red-Bull-Pilot Max Verstappen sicherte sich an seinem 20. Geburtstag den dritten Startplatz. Valtteri Bottas  wurde im zweiten Mercedes, ausgestattet mit einem neuen Aero-Paket, nur Fünfter. Nico Hülkenberg im Renault belegte den achten Platz, Pascal Wehrlein stellt seinen Sauber auf Starplatz 18.
Für Vettel ist der Rückschlag besonders bitter, weil er in den Sessions vor dem Qualifying Hoffnung auf eine überraschende Revanche genährt hatte: Erst vor zwei Wochen hatte er als Pole-Setter in Singapurdurch einen unnötigen Startunfall einen scheinbar sicheren Sieg verloren.
Jetzt dominierten Vettel und Ferrari das zweite und dritte freie Training, während Mercedes bis zuletzt Probleme hatte, das richtige Set-Up zu finden. Dann tat sich für Vettel aber das letztlich entscheidende Problem auf: Wenige Minuten vor Ende der dritten Session rollte er langsam an die Box. Die Scuderia stellte Elektronikprobleme fest und tauschte vorsichtshalber den Motor aus. Dabei kam die neue Version des Antriebs zum Einsatz, der eigentlich frühestens für das Rennen in Japan am kommenden Wochenende vorgesehen war.
Es ging hektisch zu in der Ferrari-Garage. Auch Räikkönens Mechaniker halfen bei den Umbauarbeiten, und zwei Minuten nach dem Start des Qualifyings rollte Vettel aus der Box. Doch die erneuten Probleme bremsten ihn sofort aus. Bis zum Ende des Q1 konnte seine Box die Aufgabe nicht lösen. Noch über Funk munterte Vettel das Team auf. "Macht euch keine Sorgen, Jungs", sagte er: "Bringt das für morgen in Ordnung, dann kommen wir zurück." Dennoch - auf der schnellen "Mercedes-Strecke" in Malaysia deutet nun alles auf einen Spaziergang für Hamilton hin.
***
mrl/asz (sid und dpa)
http://p.dw.com/p/2l19U
Datum: 02.10.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
Aufrufe: 25
zagluwka
advanced
Absenden