Fünf Dinge, die der FC Bayern besser macht

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Der FC Bayern München ist Deutscher Meister - mal wieder

Zum sechsten Mal in Folge geht die Meisterschale nach München. Ein Rekord, der die Frage aufwirft: Was machen die Bayern eigentlich besser als der Rest der Liga?
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Die Bayern sind deutscher Meister, der Rest der Fußball-Bundesliga empfindet beim Kampf um den Titel quälende Langeweile und frustrierende Chancenlosigkeit. Woran liegt es, dass die Bayern soviel besser sind? Wir haben folgende fünf Punkte ausgemacht:
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1. Qualität
Kein Kader in der Bundesliga ist auch nur annähernd so gut besetzt wie der der Bayern. Mit Mats Hummels, Thomas Müller, Jerome Boateng, Joshua Kimmich, dem langzeitverletzten Manuel Neuer sowie Niklas Süle, Sandro Wagner und Sebastian Rudy spielt die halbe deutsche Nationalelf in München. Hinzu kommen Ausnahmespieler wie Robert Lewandowski, Arjen Robben, Franck Ribery, David Alaba, Thiago, Javi Martinez, James Rodriguez, Corentin Tolisso, Arturo Vidal und Kingsley Coman. Wer soll diesem Starensemble Konkurrenz machen? Der Fundus an überdurchschnittlichen Spielern ist schier unerschöpflich. Fällt ein Nationalspieler verletzt aus, stehen zwei andere parat, um seinen Platz einzunehmen. Hinzu kommt ein brillanter Trainer: Jupp Heynckes, der es in dieser Saison ein weiteres Mal geschafft hat, die große Gruppe der Stars bei Bayern München mit seiner ruhigen und bescheidenen Art so zu führen, dass unter dem Strich der größtmögliche Erfolg dabei herauskam.
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2. Finanzielle Möglichkeiten
Die hohe Dichte an Ausnahmespielern bei den Bayern hat auch damit zu tun, dass der Verein in der Lage ist, ganz andere Gehälter zu zahlen als der Rest der Liga. Konkret: Der Rekordmeister verzeichnete im Geschäftsjahr 2016/17 einen Rekordumsatz von 640,5 Millionen Euro. Mit großem Abstand auf Rang zwei folgte Borussia Dortmund mit 405,7 Millionen Euro. Der Gewinn der Bayern nach Steuern betrug 39,2 Millionen Euro, auch das eine neue Rekordmarke. Durch Merchandising, Champions-League-Prämien und TV-Gelder verdienen die Bayern deutlich mehr als andere Bundesligisten. Sie haben daher die finanziellen Möglichkeiten, ausländische Spieler mit Summen von einem Transfer zu überzeugen, bei dem die nationale Konkurrenz die Waffen strecken muss.
Und auch bei Spielern, die von anderen Bundesligaklubs nach München wechseln, darf man davon ausgehen, dass sie durch den Transfer nicht ärmer werden. Außerdem kommt ein weiteres wichtiges Argument hinzu: Bayern München gewinnt regelmäßig Meisterschaften und DFB-Pokale und manchmal sogar die Champions League. Wer also mal eine Trophäe in Händen halten möchte, der geht - wenn er die Möglichkeit hat - doch eher nach München als nach Dortmund, Schalke, Leipzig oder Leverkusen.
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3. Konstanz
"Gegen Bayern kann man mal verlieren", ist eine Interviewphrase, die gerne von Spielern oder Trainern geäußert wird, die mit ihrem Team gerade gegen die Münchener verloren haben. Viele Mannschaften treten zwar mit hoher Motivation gegen die Bayern an, wehren sich lange erfolgreich, aber sobald den Münchenern das 1:0 gelungen ist, erlahmt der Widerstand ein wenig - und sei es nur unterbewusst. Die Bayern dagegen wissen, dass sie immer in der Lage sind, doch noch das entscheidende Tor zum Sieg zu machen - egal wie die Partie zuvor gelaufen ist. Hinzu kommt, dass der FCB sich kaum Ausrutscher gegen vermeintlich schwächere Teams leistet, wie sie anderen deutschen Spitzenvereinen regelmäßig unterlaufen. Seit Beginn der Saison 2012/2013 haben die Bayern von knapp 200 Ligaspielen rund 80 Prozent gewonnen. Dagegen stehen weniger als zehn Prozent Niederlagen. Zum Vergleich: Borussia Dortmund, im betrachteten Zeitraum die zweitbeste Mannschaft, kommt auf etwa 55 Prozent gewonnene Spiele und 21 Prozent Niederlagen. Zahlen, die belegen: In einem einzelnen Spiel kann man die Bayern schlagen, über den Verlauf einer gesamten Saison nicht. Fazit: Deutscher Meister wird nur der FCB!
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4. Mentalität
Das Wissen um die eigene Stärke hat mit der Mentalität der Bayern, dem "Mia san mia" zu tun. Wir sind wir, und wir sind die Besten. Ganz oben stehen die Bayern, danach kommt lange nichts - diese Einstellung inhaliert jeder Spieler täglich, weil Mitspieler, Trainer und Vereinsführung es so vorleben. Wer bei den Bayern spielt, muss sich im Kreise der Besten beweisen. Schafft er das nicht, fällt er früher oder später durch den Rost. Es gibt zahlreiche Beispiele, gestandener Profis und herausragender Talente, die trotz ihrer Qualitäten bei den Bayern nicht zurechtgekommen sind: Torsten Frings, Lukas Podolski, Mario Götze, Jan Schlaudraff, Nils Petersen, Jan Kirchhoff. Auf der anderen Seite bedeutet das für das Team der Bayern aber auch, dass hier nur solche Spieler einen Platz haben, die die harte Auslese überstanden haben, beziehungsweise immer wieder in der Lage sind, sie zu meistern.
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5. Erfahrung
Bei Bayern München weiß man, wie man Titel gewinnt - und profitiert davon in jeder Saison aufs Neue. Bei anderen Teams, die bis zum Ende der Spielzeit ganz vorne mit dabei sind, schaltet sich irgendwann der Kopf ein und es beginnt das große Nachdenken: Schaffen wir es wirklich? Sind wir gut genug, Meister zu werden? Das kann den einen oder anderen Spieler hemmen und unter dem Strich zu schwächeren Leistungen und Ergebnissen auf der Zielgerade der Saison führen. Je länger ein Team keinen Titel gewonnen hat, und je höher die Erwartungen sind, umso größer die Gefahr, in diese "Psycho-Falle" zu tappen. Beste Beispiele sind Bayer Leverkusen (noch ohne Meisterschaft) und der FC Schalke 04 (letzter Meistertitel 1958), die sich bereits öfter auf den letzten Metern noch haben abfangen ließen und letztlich leer ausgingen. Bei den Bayern gibt es diese Gedanken nicht. Meister werden, ist hier normal, alles ab Rang zwei schon viel zu wenig für die eigenen hohen Ansprüche.
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Andreas Sten-Ziemons    
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Kommentar: Armutszeugnis für die Bundesliga

Der FC Bayern ist deutscher Meister - zum sechsten Mal in Folge. Diese Dominanz rührt allerdings nicht nur daher, dass die Münchener so gut sind, sondern die Konkurrenz so schlecht, meint Andreas Sten-Ziemons.
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Mal ernsthaft: Wer findet das noch unterhaltsam? Die Bayern sind zum sechsten Mal in Folge deutscher Meister, zum sechsten Mal in Folge mit mehr oder weniger riesigem Vorsprung vor Rang zwei. Eine Woche nach dem 6:0-"Erdrutschsieg" gegen peinlich auftretende Dortmunder reichte dem deutschen Rekord- und Serienmeister ein 4:1-Sieg beim FC Augsburg zum neuerlichen Erfolg. Jubel, Trubel, hoch die Tassen!
Dass die Bayern sich über ihren 28. Meistertitel in ihrer 53. Bundesliga-Saison freuen, sei ihnen gegönnt, aber auch die Münchener selbst werden nicht leugnen, dass es ihnen momentan extrem einfach gemacht wird, und ein Verpassen der Meisterschaft wohl nur dann möglich wäre, wenn nicht nur Torhüter Manuel Neuer, sondern 16 oder 17 weitere Profis monatelang mit Mittelfußbruch ausfallen.
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Schrottliga mit Schrottfußball
Die Gründe für die erneute Meisterschaft des FC Bayern liegen nicht nur darin, dass er selbst so gut ist, sondern auch darin, dass der Rest der Liga so schlecht ist. Borussia Dortmund, selbsterklärte Nummer zwei im deutschen Fußball, ist nur noch ein Schatten vergangener Zeiten. Mag sein, dass die Folgen des Bombenattentats immer noch eine Rolle spielen, aber unabhängig von diesem Schicksalsschlag ist in den vergangenen 18 Monaten beim BVB so viel falsch gelaufen und sind so viele Fehlentscheidungen getroffen worden, dass es ein Wunder wäre, wenn die Dortmunder in der nächsten Saison wieder ein ernstzunehmender Bayern-Konkurrent wären.
Den weiteren angeblichen Bayern-Jägern, Schalke, Leipzig und Leverkusen, fehlt die Konstanz, um die Münchener über die Dauer einer gesamten Spielzeit unter Druck zu setzen. Es ist schön, dass die Leipziger den FC Bayern mit 2:1 schlagen, aber was nützt es, wenn man ansonsten zum Beispiel gegen Abstiegskandidat HSV nur 1:1 spielt und gegen das damalige Schlusslicht Köln sogar verliert. Neben Leipzig haben es nur Hoffenheim und Mönchengladbach in dieser Saison geschafft, die Bayern zu besiegen.
Wer heute noch behauptet, die Bundesliga sei eine der besten Ligen Europas, hat keine Ahnung. Die Bundesliga hat mit Bayern München einen der besten Klubs in Europa, soweit stimmt es. Aber der Rest der Liga ist Schrott. Und - siehe die Leistungen von Schalke oder Dortmund unter Peter Stöger - schafft es, sich mit "Schrottfußball" einen Platz in der Champions League zu erkämpfen. Was nur den Schluss zulässt, dass die Vereine, die weiter unten stehen, noch schlechter sind.
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Nur Langeweile, keine Hoffnung!
Schlecht ist auch das passende Stichwort, wenn man sich die Qualität der meisten Bundesligaspiele anschaut. Überall wird nur noch das Spiel zerstört, selber Fußball spielen möchte fast keine Mannschaft mehr - oder noch schlimmer: sie möchten, können es aber nicht. Ein Armutszeugnis!
Hoffnungszeichen für die kommende Saison? Leider keine, außer, dass es bei Bayern München anfangs ein paar Reibungsverluste geben könnte, weil ein neuer Trainer das Zepter von Jupp Heynckes übernimmt. Aber glaubt irgendjemand ernsthaft, dass ein paar Startschwierigkeiten ausreichen könnten, um die siebte Bayern-Meisterschaft in Folge zu verhindern? Ich nicht!
So macht es keinen Spaß mehr, die Bundesliga anzuschauen. Aber vielleicht sollte man Deutschlands beste Fußballliga und die Bayern-Dominanz nicht als Makel betrachten, sondern als Chance: Eine Langzeitwette auf die Meisterschaft der Bayern im Jahr 2019 bringt zu Saisonbeginn je nach Anbieter eine Quote von 1,5 bis 2,0 - vielleicht sogar noch mehr. Zu Zeiten, in denen keine Bank mehr vernünftige Zinsen auf Sparguthaben zahlt, kann man sein Geld wohl kaum sicherer anlegen als mit einem Meistertipp auf die Bayern im Wettbüro.
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Andreas Sten-Ziemons    
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Datum: 09.04.2018
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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