Deutsche Volleyball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft-2017 in Polen

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Deutsche Volleyballer erstmals im EM-Finale

Historischer Tag für Deutschlands Volleyballer: Nach dem Sieg im Halbfinalkrimi gegen Favorit Serbien hat das deutsche Team bei der EM in Polen eine Medaille sicher. Das gab es noch nie.
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Die deutschen Volleyballer haben bei der Europameisterschaft in Polen Geschichte geschrieben. Dank einer furiosen Aufholjagd hat die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani nach dem 3:2 (24:26, 15:25, 25:18, 27:25, 15:13)-Sieg im Halbfinal-Krimi gegen den Favoriten Serbien in Krakau ihre erste EM-Medaille sicher. Im Finale am Sonntag (20.30 Uhr MESZ) geht es für das Team des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) gegen Rekordtitelträger Russland um Gold oder Silber. Das russische Team setzte sich gegen Belgien glatt mit 3:0 (25:14, 25:17, 25:17) durch.
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Moralische Rückendeckung durch den Ex-Kapitän
Vor 8336 Zuschauern spielten die Deutschen um Diagonalangreifer Georg Grozer gegen den Europameister von 2011 vor allem in der Schlussphase begeisternden Volleyball. Im vierten Satz wehrte das nervenstarke Team sogar zwei Matchbälle ab und zwang die Serben schließlich in die Knie. Die DVV-Auswahl hatte vor ihrem ersten EM-Halbfinale seit 24 Jahren nochmals emotionalen Rückhalt erhalten. Der langjährige Kapitän Jochen Schöps reiste nach Polen, um seiner früheren Mannschaft Mut zuzusprechen. Mit Serbien wartete allerdings auch der bisher stärkste Kontrahent im Turnierverlauf. "Sie sind technisch und physisch stark, aber auch mental. Die Spieler sind bei den besten Clubs", hatte Bundestrainer Giani gewarnt. Im Volleyball sei aber alles möglich: "Es wird entscheidend sein, mit welchem Selbstbewusstsein meine Spieler die Partie bestreiten."
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Wende im dritten Satz
Grozer & Co. versuchten von Beginn an, mutig zu spielen. Doch im eigenen Service waren sie erst nicht aggressiv genug. Die Serben hingegen waren in ihrem Aufschlag dauerhaft druckvoll. Zudem taten sich die Deutschen gegen den wuchtigen Block der Serben schwer. Die beiden ersten Sätze musste das DVV-Team trotz großen Einsatzes abgeben. "Es geht jetzt wieder von Null los", feuerte Kapitän Lukas Kampa seine Mannschaft vor dem dritten Durchgang an. Die Deutschen wurden im Aufschlag druckvoller und waren nun auf Augenhöhe mit dem Favoriten. Mit 17:10 konnten sie sich bei Kampas Aufschlag sogar absetzen. Die Deutschen zeigten nun, warum sie von den vergangenen sechs Partien gegen Serbien fünf gewinnen konnten.
Die deutschen Schmetterkünstler erzwangen einen vierten Satz. Dort blieben sie dran und hielten bravourös dagegen. Das DVV-Team wehrte zwei Matchbälle ab und erzwang mit dem ersten Satzball den entscheidenden Durchgang. Ein Block von Kampa bescherte dann den erstmaligen Einzug ins Endspiel. Dort könnte nun der ganz große Wurf gelingen. Bisher hatte noch nie eine deutsche Männer-Mannschaft bei Kontinentalmeisterschaften Edelmetall gewonnen. Die besten EM-Ergebnisse waren zwei vierte Plätze aus den Jahren 1991 und 1993. Bei der Weltmeisterschaft 2014 hatten Deutschlands Männer Bronze geholt.
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sn/mvl (dpa, sid)
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Deutsche Volleyballer verpassen EM-Sensation

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft verliert in einem packenden Finale gegen Rekordchampion Russland. Der Stolz über Silber ist trotzdem riesig.
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Das war goldwürdig! Die historische Traumreise der unglaublichen deutschen Volleyballer bei der EM in Polen ist erst im Endspiel gegen Russlands Riesen zu Ende gegangen. Trotz einer grandiosen Leistung verpasste die Mannschaft um den überragenden Diagonalangreifer Georg Grozer in einem wahren Thriller die Krönung in Krakau mit dem ersten Titel bei der Endrunde. Die Schmetterkünstler von Nationaltrainer Andrea Giani forderten dem Topfavoriten alles ab und durften sich nach dem atemberaubenden 2:3 (19:25, 25:20, 22:25, 25:17, 13:15) in einem echten Herzschlag-Finale mit der hochverdienten Silbermedaille trösten. "Die Silbermedaille ist ein historischer Erfolg, wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht", meinte Sportdirektor Christian Dünnes. "Ich bin superstolz auf die Spieler und den Staff."
In der Targon-Arena verkauften sich die Deutschen extrem teuer, Russland wirkte nicht so übermächtig wie im bisherigen Turnierverlauf. Das DVV-Team fand im Angriff zwar zu Beginn nicht den richtigen Rhythmus, kämpfte sich dann aber in die Partie und konnte den viermaligen Olympiasieger zumindest massiv ärgern.
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Großer Kampf bis zum Schluss
Deutschland fühlte sich in der Rolle des Underdogs sichtlich wohl, von Nervosität war nichts zu spüren. Nachdem im ersten Satz schon einige gute Spielzüge gelungen waren, startete das Team um Georg Grozer mutig und selbstbewusst in den zweiten Durchgang. Gerade Grozer machte mit seinen Aufschlägen unglaublich viel Druck, die Mannschaft spielte sich in einen Rausch und nahm den Russen den ersten Satz im ganzen Turnier ab. Russlands Trainer Sergej Schliapnikow wechselte nach der Pause durch, das russische Team wirkte zunehmend frustriert. Die rund 11.000 Zuschauer feuerten das deutsche Team frenetisch an. Der Außenseiter gab auch nach dem 1:2 nicht auf, holte den Ausgleich und erzwang so den Tiebreak - in dem das Glück dann fehlte.
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tk (sid, dpa)
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Datum: 06.09.2017
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