Der Louvre eröffnet in Abu Dhabi

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In Abu Dhabi soll das größte Kulturviertel der Welt entstehen. Sein Aushängeschild ist nach zehn Jahren fertig: Der Louvre eröffnet eine Dependance in den Emiraten. Allein die Namensrechte kosteten 450 Millionen Euro.
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Nach rund zehnjähriger Vorbereitungs- und Bauzeit öffnet der arabische Ableger des weltberühmten Pariser Louvre am 11. November seine Pforten für die Öffentlichkeit. Entworfen hat die Dependance in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, der preisgekrönte französische Stararchitekt Jean Nouvel. Die ursprünglich für 2012 geplante Eröffnung des Museums war mehrfach verschoben worden, Grund hierfür waren Verzögerungen der Bauarbeiten und wirtschaftliche Probleme.
2007 hatten die Regierungen von Frankreich und der Emirate eine auf 30 Jahre ausgelegte Kooperation vereinbart, die auch die Ausleihe von Kunstwerken aus dem Pariser Louvre beinhaltet. Die Kosten werden auf 950 Millionen Euro geschätzt, wovon allein 450 Millionen auf die Namensrechte entfallen sollen. Wegen der Höhe der Ausgaben sollen selbst die schwerreichen Auftraggeber geschluckt haben, erst recht nach dem Einbruch der globalen Energiepreise.
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Wabenförmig perforierte Kuppel
Dabei haben die Scheichs große Pläne. Das Museum liegt auf der Insel Saadiyat, die zum größten kulturellen Komplex der Welt aufsteigen soll - mit dem Louvre als Aushängeschild. Dafür hat der französische Architekt Nouvel einen Museumsbau entworfen, dessen 180 Meter lange, wabenförmig perforierte Kuppel das einfallende Licht wie durch Palmwedel wirken lässt. Das Wasser des Persischen Golfs fließt in die äußeren Korridore des Museums und reflektiert die Lichtstrahlen auf die Wände. Nachts bildet das Licht im Inneren winzige Sterne. "Die Menschheit in einem neuen Licht sehen" lautet der dazu passende Slogan des neuen Museums.
Rund 600 Exponate sollen hier ausgestellt werden. Das Museum verweist darauf, dass es das erste seiner Art in der arabischen Welt ist, dass die Geschichte menschlichen Schaffens hier über Kulturen und Religionen hinweg abbilden wird; auch das Judentum wird berücksichtigt. Werke, die Nacktheit abbilden, sind dagegen rar gesät.
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Kritik an den Arbeitsbedingungen
Während der Bauarbeiten wurden wiederholt die Arbeitsbedingungen, der geringe Lohn und der Umgang mit den Arbeitern kritisiert: Zwei kamen ums Leben, anderen sollen die Pässe abgenommen worden sein.
Die französische Seite unterstrich, man habe in der Zusammenarbeit sehr deutlich auf die Einhaltung von Standards bei den Arbeitsbedingungen hingewiesen. Vor der offiziellen Eröffnung am 11. November will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Museum am Mittwoch, den 8. November, im Rahmen einer Reise in die Emirate einweihen.
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Torsten Landsberg    
tla/suc  (ap, Louvre Abu Dhabi)
http://p.dw.com/p/2nAbe
Datum: 09.11.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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