Das größte Open-Air Musikfestival Rock am Ring in Deutschland

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Rock am Ring eröffnet Festivalsaison

Am Pfingstwochenende beginnt die Festivalsaison. Allein in Deutschland finden mehr als 70 Veranstaltungen verschiedenster Art und Größe statt. Blockbuster sind die beiden Parallelfestivals Rock am Ring und Rock im Park.
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Nachdem es zwei Jahre lang auf einen Flughafen nahe dem kleinen Ort Mendig in der Eifel verlagert worden war, kehrt das "größte Open-Air-Spektakel Deutschlands" (Veranstalter) zurück an den Nürburgring, dorthin, wo es 1985 zum ersten Mal stattfand. Drei Tage lang präsentiert das Festival auf vier Bühnen derzeit angesagte Livebands verschiedenster Stilrichtungen.
Fast 90.000 Fans freuen sich auf Headliner wie Rammstein, System of a Down und die Toten Hosen. Außerdem gibt es Musik von den Beginnern, Five Finger Death Punch, Rag 'n' Bone Man, Marteria, Beatsteaks, Kraftklub, Jake Bugg, Annenmaykantereit, Macklemore und vielen mehr. Das komplette Line-up gibt es hier.
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Sicherheit ist oberste Direktive
Konzertveranstalter Marek Lieberberg hat in Sachen Sicherheit erheblich aufgerüstet - erst recht nach dem Anschlag auf das Popkonzert in Manchester mit 22 Toten. So wurde die Anzahl der Ordner aufgestockt, es werden Bodychecks durchgeführt und rund um das Gelände patrouillieren Securitymitarbeiter. Es gibt verstärkte Polizeipräsenz - auch bewaffnet. Ein sogenanntes "sanftes Profiling" soll Besucher ausmachen, die sich verdächtig benehmen und bewegen. Die Anzahl der Sicherheitsschleusen an den Ein- und Ausgängen wurde erhöht, Zuschauer dürfen nur noch die wichtigsten persönlichen Gegenstände mit auf das Gelände nehmen. Rucksäcke und Getränkebehälter sind verboten.
Das Mitnahmeverbot von Wasserflaschen ist von vielen Fans kritisiert worden. Dieses Verbot wurde nun wieder gelockert. Faltbare Wasserflaschen aus Plastik bis zu einer Größe von 0,5 Litern dürfen mitgebracht werden. Überall auf dem Festivalgelände soll es Wasserentnahmestellen geben, wo man die Behälter auffüllen kann.
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Wasser von oben?
Im vergangenen Jahr musste das Festival wegen Unwetter vorzeitig abgebrochen werden. Allein durch Blitzschlag sind mehr als 70 Menschen verletzt worden. Das komplette Gelände war im Schlamm versunken, hunderte Zelte gingen zu Bruch.
Auch in diesem Jahr könnte es am Nürburgring ungemütlich werden, denn das schwülwarme Wetter, das derzeit in der Region herrscht, zieht in der Regel Gewitter nach sich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt bereits für den Freitagnachmittag die ersten Gewitter an. Der schlimmste Tag soll der Samstag werden, man müsse mit Sturm und Hagel rechnen, so der DWD. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre hat der Veranstalter Blitzschutzzonen und Unterstellmöglichkeiten eingerichtet.
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Schwesterfestival im Süden
Zeitgleich findet auf dem Zeppelinfeld bei Nürnberg das Schwesterfestival "Rock im Park" statt, mit den gleichen Bands und ebenfalls gut 80.000 Zuschauern. Fans sollten regenfeste Kleidung dabei haben, denn auch Nürnberg wird nicht von Sommergewittern verschont bleiben.
Noch ist von schlechtem Wetter allerdings nichts zu spüren. Die ersten Festivalbesucher sind bereits am Dienstag auf den Zeltplätzen eingetroffen und machen schon jetzt fröhlichen Campingurlub neben dem Festivalgelände. Startschuss für das Musikprogramm am Nürburgring ist am Freitag um 14:00 mit der Alternativetruppe Razz. In Nürnberg geht es schon um 12:00 los - mit Hip Hopper Rin.
Die Liste der Festivals in Deutschland ist lang. Immer eine gute Wahl ist das größte Open-Air Musikfestival des Landes, Rock am Ring. Über 90.000 Fans feiern drei Tage lang auf dem Gelände des Nürburgrings ihre Bands (2.- 4. Juni). Heavy-Metal Fans fiebern dem ersten Augustwochenende entgegen, wenn in der kleinen Gemeinde Wacken die größte Heavy-Metal Party der Welt steigt: Wacken Open Air.
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Silke Wünsch
http://p.dw.com/p/2dyak
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Rock am Ring-Fans sind "unglaublich"

Am Freitagabend mussten 86.000 Fans wegen Terrorverdachts das Festivalgelände räumen. Ganz ruhig und friedlich verhielten sie sich dabei. Nun geht das Festival weiter - allerdings ohne Rammstein.
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Auf der Pressekonferenz am Samstagvormittag lobte Konzertveranstalter Marek Lieberberg die Rock am Ring-Fans und bezeichnete ihr Verhalten als "unglaublich": "Wir haben hier auch ein Zeichen für unsere Kultur gesetzt". Er bewundere die 86.000 Fans für ihre Disziplin, ihre Toleranz und den geordneten und friedlichen Abzug vom Festivalgelände. Alle sind erleichtert, dass es weitergeht, selbst die Polizei, die mit 1200 Mann vor Ort ist, hat einen fröhlichen Tweet abgesetzt:
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Rammstein treten nicht auf
Der Auftritt von Rammstein, Headliner vom Freitagabend, kann nicht nachgeholt werden, wie auf der Facebook-Seite der Band zu lesen ist. "Wir wissen, dass sich viele Fans auf das Konzert gefreut haben, die nun enttäuscht sind! Auch wir hätten gerne gespielt." Aber leider sei es aufgrund der Festival-Abläufe nicht möglich, die Show heute nachzuholen, heißt es dort. Zeitgleich findet das Schwesterfestival Rock im Park in Nürnberg statt - mit den gleichen Bands.
Der Auftritt der Band "Broilers" wird am Samstag auf der Hauptbühne nachgeholt. Am Freitagabend wurde ihr Konzert abgebrochen und die Fans von Konzertveranstalter Marek Lieberberg aufgefordert, zu ihren Zelten zurück zu gehen. Viele glaubten zunächst, sich verhört zu haben und blieben erst einmal stehen oder sitzen, um ihr Bier auszutrinken oder zu telefonieren.
Die meisten aber zogen sofort friedlich zu den Ausgängen. Panik oder Aggression gab es nicht. Die Sicherheitskräfte hatten eine lange Kette gebildet und schoben die Fans langsam vor sich her. Jeder hatte ein freundliches Wort für die enttäuschten und ratlosen Festivalbesucher. Auch die meisten Polizisten sind trotz der Anspannung immer ansprechbar gewesen. Informationen hatte zunächst niemand. In den Sozialen Netzwerken machte sich Sorge breit, wie es den Besuchern ginge; teilweise waren die Netze so überlastet, dass keine Nachricht hinausging.
Die Fans selbst stimmten beim Verlassen des Geländes den Song "You never walk alone" an und sangen den Song im Wechsel mit einem Lied der deutschen Band Geier Sturzflug: "Eins kann uns keiner nehmen, und das ist die pure Lust am Leben".
Die Festivalbesucher waren trotz allem guter Dinge, dass Rock am Ring weitergehen würde. Vereinzelt gab es Stimmen, die sich gegen Muslime und muslimische Einwanderer richteten. Allgemeiner Tenor war aber große Enttäuschung darüber, dass "'sie' es jetzt tatsächlich geschafft haben, dass wir nicht mehr feiern können", so ein Konzertbesucher. Gegen Frust und Enttäuschung wurde in der Nacht auf den Campingplätzen kräftig weiter gefeiert, viele drehten Musik von Rammstein laut auf.
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Silke Wünsch    
http://p.dw.com/p/2e4pA
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Rock am Ring wieder ready to rock

Nach der Evakuierung des Festivals am Freitagabend lobte die Polizei das disziplinierte Verhalten der Besucher. Kurz bevor das Festival am Samstag weiterging, haben wir ein paar von ihnen nach ihren Eindrücken gefragt.
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Samstagnachmittag, die Besucher können das Festival-Gelände von Rock am Ring wieder betreten, sich auf die anstehenden Acts freuen. Fragt man bei Richard Orth nach, wie die Atmosphäre inzwischen so ist, dann hebt er zunächst die "anhaltende gute Stimmung" hervor, die überall am Nürburgring herrscht. "Ich höre auch häufig, dass die Leute ein gutes Gefühl haben, wenn sich um sie auf dem Festivalgelände gekümmert wird", sagt Orth. "Man hat die Besucher im Blick und versucht, dass es sicher weitergehen kann. Die Veranstalter geben sich jede Menge Mühe dabei."
Auf Anweisung der Polizei mussten sich am Freitagabend alle Besucher umgehend auf die Campingplätze rund um die berühmte Rennbahn zurückziehen. Aber ob man sich dort sicherer fühlte? An ein Abziehen der zigtausend Zelte und Wagen auf den verschiedenen Geländen rund um den Ring wäre nicht zu denken gewesen.
"Man durfte sich keinen Stress bei der Sache machen", sagt Richard Orth. "Es ist alles gut verlaufen, die Leute sind ruhig geblieben. Natürlich hatte man auch schlechte Gedanken, logisch."
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"Das ist Lebensfreude"
Nach der Evakuierung ging die Party weiter, sagt Besucher Martin Demuth. "Wir hatten Spaß, haben gefeiert. Und genau so sollte es jeder machen."
Dann zeigt er auf weitere Besucher, die in einer Schlange vor einem Tor stehen: "Schaut euch die Leute da vorne an: Hundert Leute singen, tanzen, haben Spaß bei diesem geilen Wetter. Und das ist Lebensfreude - und die lassen wir uns von niemandem nehmen!"
War die Räumung des Festivalgeländes am Freitagabend letztlich eine Überreaktion der Behörden und Veranstalter? Terrorangriffe aus jüngster Zeit - darunter der verheerende Selbstmordanschlag im englischen Manchester vor knapp zwei Wochen mit 22 Toten - sind wohl den meisten in lebhafter Erinnerung geblieben. Dass Festivalveranstalter Marek Lieberberg die Räumung am Vorabend dennoch kritisiert hatte, war Martin Demuth nicht bekannt.
"Sie müssen es so machen", findet er. "Die Gesundheit ist das größte Gut eines Menschen. Die geht vor allem. Man muss Marek Lieberberg verstehen. Rock am Ring ist sein Kind, und er könnte es sich niemals verzeihen, wenn bei seinem Kind Menschen Schaden nehmen würden. Wir sind seine Familie. Und von daher: Daumen hoch, Applaus!"
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Gute Laune - selbst am Freitagabend
Jerome und Lydia berichten vom Freitagabend, dass die Stimmung, als sie zu ihrem Zeltplatz zurückgekehrt waren, wieder gut gewesen sei. Aber: "Vereinzelt gab es Leute, die dem Ganzen etwas kritisch gegenüberstanden."
Für Samstag hofft Jerome, dass so etwas wie am Freitag nicht noch einmal vorfällt. "Das wäre schlimm, wenn man die Bands nicht mehr gucken könnte. Es heißt auch, dass ein paar Bands von gestern nachspielen dürfen."
Besucherin Katia Radermacher erinnert sich an den Freitagabend so: "Wir sind zum Zeltplatz zurückgelaufen und am Anfang waren alle ein bisschen geknickt. Aber dann haben wir uns gesagt: Naja, bringt ja alles nichts, und dann haben wir alle ein bisschen getrunken, und dann ging's eigentlich ganz gut."
Und wie findet sie es, dass es mit dem Festival nun weitergeht? "Ich finde es gut, obwohl es für die ganz schön riskant ist, das weiterlaufen zu lassen. Denn wenn es nochmal abgebrochen werden muss, dann ist das wirklich blöd. Aber es ist gut, dass es weiter läuft, und ist auch eine gute Message."
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Rick Fulker    
http://p.dw.com/p/2e5Z5
Datum: 04.06.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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