DFB-Team startet in Endphase der WM-Vorbereitung

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Bevor das Training für die Spiele in England und gegen Frankreich losgeht, treten die DFB-Kicker als Werbestars auf und präsentieren das neue Trikot. Bundestrainer Löw läutet die Endphase des WM-Countdowns ein.
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Eigentlich sind die beiden anstehenden Länderspiele in England und zu Hause gegen Frankreich für die DFB-Elf zwei Prestigeduelle und anspruchsvolle WM-Tests, denen die volle Konzentration gelten sollte. Doch statt Fußball standen beim Zusammentreffen der Mannschaft in Berlin erstmal ganz andere Dinge auf der Tagesordnung: Löw und Co. präsentierten das neue Trikot - auf den Trainingsplatz führte der Weg daher am ersten Tag nicht, sondern in ein Luxushotel am Berliner Zoo.
"Der Sport steht mal im Hintergrund. Ab morgen ist der Fokus wieder voll darauf gerichtet", sagte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff. Nachdem sich die Weltmeister versammelt hatten, verstreuten sich die Spieler anschließend in kleinen Gruppen für Werbeaufnahmen in der Hauptstadt. Mit einer krachenden Hip-Hop-Show und großem Aufwand wurde das neue Heimtrikot dann am Abend offiziell vorgestellt. DFB-Ausrüster Adidas hat für die angestrebte Titelverteidigung in Russland das WM-Trikot von 1990 "reanimiert" - allerdings ohne Farbe. Die gezackten Streifen zieren die Kickerbrust 27 Jahre nach dem WM-Erfolg in Italien nicht in Schwarz-Rot-Gold, sondern in Schwarz und Grauschattierungen .
"Ich kenne natürlich die Trikots von 1990, erkenne auch die Parallelen - und sehe deshalb Vielversprechendes für die WM", sagte Mats Hummels. Sein derzeit verletzter Münchener Kollege Thomas Müller war mit dem Design ebenfalls einverstanden: "Der Fußball ist moderner und hipper geworden - dementsprechend ist das Trikot gelungen."
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Löw: "Erwarte wahnsinnig intensive Vorbereitung"
Auch Bierhoff war mit dem neuen Leibchen zufrieden, stellte aber auch gleich die sportliche Bedeutung des letzten Länderspiel-Doppelpacks im Jahr 2017 heraus: "Es ist schon ernst. Es ist natürlich auch schon ein Vorbereitungsspiel auf die Weltmeisterschaft", sagte der einstige Stürmer. Denn obwohl bis zum ersten Anstoß in Russland am 14. Juni des kommenden Jahres noch mehr als sieben Monate Zeit sind, bleiben bis dahin nur noch sechsmal 90 gemeinsame Länderspielminuten, um in WM-Form zu kommen. "Man muss sich jetzt schon gedanklich mit der WM beschäftigen. Ich erwarte von den Spielern, dass sie sich wahnsinnig intensiv vorbereiten. Im täglichen Ablauf, in der Professionalität und im Lebenswandel muss man alles dafür tun", sagte Löw.
In den Partien am Freitag im Londoner Wembleystadion gegen England (Anstoß 21.00 Uhr MESZ, ab 20.45 Uhr im DW-Audio-Livestream) und vier Tage später in Köln gegen Frankreich (Anstoß 20.45 Uhr MESZ, ab 20.30 Uhr im DW-Audio-Livestream) können und sollen sich die Spieler für ein persönliches WM-Ticket empfehlen. "Wir haben ja gesehen, dass wir einen unglaublich tollen, breiten Kreis von Spielern haben, die mitmachen können. Insofern ist jedes Spiele gerade gegen solche Gegner natürlich wichtig. Es soll ernsthaft sein", betonte Bierhoff.
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Ende des Konkurrenzkampfes
Löw hat bereits auf die notwendige Mischung bei der Zusammenstellung seines Kaders für die komplizierte Mission WM-Titelverteidigung hingewiesen. "Viele Komponenten spielen eine Rolle. In den letzten drei Jahren haben wir den Konkurrenzkampf geschürt. Im nächsten Jahr möchte ich den Konkurrenzkampf nicht. Ich möchte, dass die Spieler alles für die Mannschaft tun", bemerkte der DFB-Chefcoach.
Die Rückkehr von WM-Finaltorschütze Mario Götze von Borussia Dortmund und Ilkay Gündogan, der bei Manchester City sein Geld verdient, nach einem Jahr Nationalmannschaftspause vergrößert Löws Auswahl noch. Gündogan ist von seiner WM-Teilnahme überzeugt - wenn ihn nicht wieder eine Verletzung stoppt. "Dann bin ich mir sehr sicher, dass ich dabei sein werde", sagte Gündogan im Interview mit Spox.com.
Er fühle sich gut, das Knie halte und von er freue sich über jede Minute, die er spielen könne, sagte Gündogan. Der Mittelfeldspieler räumte allerdings ein: "Momentan fehlt mir natürlich noch ein bisschen der Rhythmus."
Dass auch für Spieler die WM-Tür noch offen steht, die Löw bisher nicht berücksichtigt hatte, verdeutlicht das Beispiel des 26 Jahre alten Linksverteidigers Marcel Halstenberg. Durch den weiteren Verletzungsausfall des Kölners Jonas Hector - außerdem fehlen auch Kapitän Manuel Neuer und dessen Bayern-Kollege Thomas Müller - muss der Bundestrainer gerade links hinten andere Möglichkeiten testen. "Man muss immer für Alternativen sorgen. Wenn sich Spieler im Ligabetrieb aufdrängen, ist das gut", meinte Bierhoff. Und der Confed Cup habe ja gezeigt: "Wenn man Spielern eine Chance gibt, sie sich hier zeigen können und reinschnuppern, dann ist das immer positiv."
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asz (dpa, sid)
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Datum: 09.11.2017
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