Champions League Finale: Real Madrid verteidigt den Titel

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Der spanische Meister setzt sich gegen Juventus Turin durch

Ronaldo trifft doppelt und gewinnt zum vierten Mal in seiner Karriere die Champions League. Für Turins Torwart-Legende Buffon bleibt der Titeltraum unerfüllt.
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Ein historischer Abend in der Champions League: Erstmals schafft es ein Team, den Titel in Europas Königsklasse des Fußballs erfolgreich zu verteidigen. Vor 66.000 Zuschauern unter dem Hallendach von Cardiff besiegte Real Madrid Herausforderer Juventus Turin mit 4:1 (1:1). Superstar Cristiano Ronaldo erzielte mit dem ersten Torschuss der Madrilenen die Führung für Real (20. Minute). Mario Mandzukic glich mit einem Traumtor aus (27.). Ein abgefälschter Weitschuss Casemiros brachte Real wieder in Front (61.). Ronaldo erhöhte kurz danach auf 3:1 (64.) und sorgte für die Vorentscheidung. Kurz vor Schluss sah Juves Juan Cuadrado nach einer vermeintlichen Unsportlichkeit die Gelb-Rote Karte (84.). Als die Gegenwehr der Italiener erlahmt war, setzte Marco Asensio den Schlusspunkt (90.).
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Ronaldo direkt, Mandzukic artistisch
Von Anfang an wurde klar, dass sich Juventus etwas vorgenommen hatte. Die Italiener übernahmen die Kontrolle und setzten den Titelverteidiger unter Druck. Den ersten Warnschuss gab in der 4. Minute Ex-Madrilene Gonzalo Higuain ab, der Real-Torhüter Keylor Navas mit einem wuchtigen Versuch aus 18 Metern zum Nachfassen zwang. Zwei Minuten später feuerte Miralem Pjanic aus zentraler Position drauf. Navas reagierte stark und wehrte auch diesen Schuss ab (6.). Nach zehn Minuten bekam Real Madrid Spiel und Gegner aber besser in den Griff, zunächst jedoch ohne sich Torchancen erarbeiten zu können. Dann aber war der erste Schuss auf das Juve-Tor auch gleich drin. Toni Kroos sicherte in der eigenen Hälfte den Ball und leitete einen Konterangriff ein. Ronaldo spielte Doppelpass mit Dani Carvajal und traf mit einem Direktschuss aus 15 Metern ins linke untere Toreck (20.).
Mit der Führung im Rücken zog sich Madrid etwas zurück und lauerte auf Konter. Doch Juventus gab noch vor der Pause die Antwort: Mit einem wunderschönen und artistischen Fallrückzieher, der über Navas hinweg ins Tor segelte, erzielte Ex-Bayern-Stürmer Mandzukic das 1:1 (27.). Die Partie war intensiv aber nicht unfair. Beide Seiten attackierten früh, teilweise ein wenig jenseits der Grenzen des Erlaubten. Insgesamt verteilte der deutsche Schiedsrichter Felix Brych bis zur Pause drei gelbe Karten.
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Doppelschlag bringt die Entscheidung
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es hektisch, und Real spielte sich ein Übergewicht heraus. Nach 54 Minuten prüfte Luka Modric Buffon mit einem Weitschuss. Vier Minuten später verpasste Ronaldo eine Flanke von Marcelo am langen Pfosten nur knapp (58.). Dann aber zappelte der Ball im Turiner Netz: Nach einem schwachen Schussversuch von Kroos verwertete Casemiro den Abpraller mit einem Weitschuss aus fast 25 Metern (61.). Die Hacke von Sami Khedira fälschte den Ball noch entscheidend ab. Mit dem nächsten Angriff folgte der nächste Treffer: Modric flankte aus vollem Lauf von rechts, Ronaldo musste in der Mitte nur noch den Fuß in den Ball halten (64.).
Die Juve-Spieler wirkten konsterniert, Real drehte nun auf und begann zu zaubern. Ab der 76. Minute durfte in seiner Heimatstadt auch Gareth Bale auf Seiten Madrids mitwirken. Der Waliser hatte zuvor wegen einer Verletzung sechs Wochen lang nicht spielen können. Sekunden später hätte er fast das 4:1 erzielt, doch Leonardo Bonucci passte auf und klärte in höchster Not. Unschöner Höhepunkt war die gelb-rote Karte für den eingewechselten Cuadrado, der in der 84. Minute wegen einer Lappalie vom Platz musste. Als er nach einem Zweikampf mit Sergio Ramos den Ball zum Einwurf holen wollte, trat er dem Real-Kapitän aus Versehen leicht gegen den Fuß. Ramos fiel wie vom Blitz getroffen um - und Brych darauf herein.
Danach ergab sich Juventus in sein Schicksal. Fast ohne Gegenwehr durfte Marcelo an der Grundlinie entlang dribbeln. Der eingewechselte Asensio brachte die Hereingabe des kleinen Brasilianers ohne Mühe im Netz unter. 4:1 - gleichzeitig der Endstand.
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Kroos: "Unfassbar glücklich"
Schließlich durfte Ramos aus den Händen von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin den Silberpokal in Empfang nehmen. Es war der zwölfte Titelgewinn in der Königsklasse für Madrid, der vierte für Ronaldo und der dritte für Kroos, der damit zum höchstdekorierten deutschen Spieler wurde. "Ich bin unfassbar glücklich, dass es funktioniert hat, den Titel zu verteidigen. Ihn einmal zu gewinnen ist schon schwer", sagte der strahlende deutsche Nationalspieler im ZDF-Interview und analysierte. "Wir sind besser aus der Halbzeit gekommen und haben verdient gewonnen. Mit dem 2:1 hat Juve einen kleinen Knacks bekommen."
Schwarz bleibt dagegen die Final-Serie von Juventus: Es war die siebte Niederlage im neunten Endspiel der Champions League beziehungsweise des Europapokals der Landesmeister. Seit ihrem letzten Titelgewinn im Jahr 1996 ging die "alte Dame" in fünf Finals leer aus.
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Andreas Sten-Ziemons    
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Datum: 04.06.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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