Champions League: Bayern München verliert deutlich bei PSG

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Während der Gegner mit Tempo und Technik überzeugt, ist der FC Bayern in der Champions Leauge bei Paris St. Germain zwar bemüht, aber zu behäbig und harmlos. Da hilft auch keine überraschende Startaufstellung.
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Das war ernüchternd. Die Bayern waren zwar bemüht, aber im Gegensatz zum Gegner PSG wirkte ihr Spiel behäbig und voraussehbar. Das frühe Tor in der 2. Minute durch Dani Alves hat das Konzept von FCB-Trainer Carlo Ancelotti, der in der Startelf auf Arjen Robben, Franck Ribery und Mats Hummels verzichtete, schnell durcheinander gebracht. Durch schnelle Vorstöße mit Vertikalpässen brachten die Gastgeber das deutsche Team immer wieder in Bedrängnis. Erst nach 20 Minuten waren die Bayern dann auch im Spiel und erspielten sich immer wieder Torchancen, die aber allesamt harmlos waren. In der Sturm-und-Drang-Phase der Münchener erzielte Cavani das zweite Tor für PSG (32. Minute).
In der zweiten Halbzeit dasselbe Bild: Die Bayern sind optisch überlegen, technisch aber können sie mit dem Gegner bei der Ballannahme und -verteilung nicht mithalten. Die Statistik sagt einiges aus: 19:14 Torschüsse und gar 63 Prozent Ballbesitz für die Bayern, aber im Zweikampf war das französische Team besser - und eben in der Chancenverwertung. Der teuerste Spieler der Welt - Neymar - erhöhte sogar noch zum 3:0-Endstand (63.). Ancelotti wird sich die Frage gefallen lassen müssen, wieso sein Konzept nicht aufgegangen ist.
Selten war der Auftakt der Bundesligaclubs in der Champions League so schlecht. Gerade einmal 0,67 Punkte haben der FC Bayern, Borussia Dortmund und RB Leipzig an den ersten zwei Spieltagen pro Partie im Schnitt gesammelt. Bayern Münchens Gruppengegner Celtic Glasgow setzte sich ebenfalls mit 3:0 durch, gegen das belgische Team RSC Anderlecht erzielten Leigh Gritffiths (38. Minute), Patrick Roberts (50. Minute) und Scott Sinclair (90.+3) die Tore.
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Kommentar: Qualität schießt Tore

Man kaufe sich mit viel Geld Neymar und Mbappé und schon überrollt man den FC Bayern München und holt die Champions League. So einfach ist es nicht, meint Joscha Weber, Paris Saint-Germain steht für mehr als Geld.
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Ist es wirklich so einfach? Man verkauft seinen Fußballklub an einen katarischen Scheich, dieser geht mit ein paar Hundert Milliönchen auf Spieler-Shoppingtour und am Ende hat man Erfolg. Triumphe und Titel - nur eine Frage des Investments. Der Eindruck könnte entstehen, wenn man Paris Saint-Germain derzeit beobachtet. In der Ligue 1 ungeschlagen und dominant, in der Champions League mal eben mit einem lockeren 3:0-Triumph über den deutschen Rekordmeister Bayern München. Wie entfesselt spielt das Pariser Starensemble auf. Angestachelt vom Gedanken, die etablierten Topclubs wie Real Madrid, FC Barcelona oder eben FC Bayern München vom Thron zu stoßen. Und teilweise ist dies nun also schon gelungen.
Keine Frage, Paris hat sich da ein exzellentes Team zusammengekauft. Die spielerische Klasse von Neymar, Kylian Mbappé oder Edinson Cavani ist über jeden Zweifel erhaben. Aber reicht es tatsächlich, sich solch ein Offensivtrio zu kaufen, um den großen FC Bayern München vorzuführen? Nein. Die Weisheit "Geld schießt eben doch Tore" liegt nach dem Triumph über die Bayern zwar vielen auf der Zunge, doch so einfach ist es nicht.
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Die eigenartige Lethargie des FCB
Erstens gilt es das Geschick von Unai Emery zu würdigen. Der Pariser Trainer versteht es, aus seinem mit reichlich Egos gefüllten Kader ein echtes Team zu formen. Zwar streiten sich Cavani und Neymar gerade ziemlich lautstark um das Elfmeter-Vorrecht, aber das hindert sie nicht, auf dem Platz blendend zu kombinieren. Wie schnell Emery die - zugegeben: mit viel Geld hergelockten - Ausnahmekönner Neymar und Mbappé in sein Konstrukt integriert hat und wie gut die Hinterleute das Duo in Szene setzt, beeindruckt. In Paris haben sie über mehrere Jahre ein Weltklasseteam aufgebaut, das erstmals ernsthaft den Champions-League-Titel angreift. Aber das ist nur ein Teil der Antwort.
Denn zweitens machte es der FC Bayern Paris Saint-Germain sehr leicht. Die Bayern spielen derzeit zu passiv, lassen dem Gegner reichlich Raum für den Spielaufabau, stören nur zaghaft seine Bahnen. So zu beobachten in der Bundesliga beim enttäuschenden Remis gegen Wolfsburg, so auch zu sehen im Spiel gegen Paris. Die Spieler selbst sind ratlos ob der eigenen Lethargie: "Wir waren mit irgendwas abgelenkt. Ich kann es mir nicht erklären", sagte Niklas Süle und Joshua Kimmich ergänzte: "Der Plan war futsch nach zwei Minuten." "Mia san mia" wirkt momentan wie eine inhaltsleere PR-Floskel. Wie kann es sein, dass sich eine Spitzenmannschaft durch ein frühes Gegentor derart aus dem Konzept bringen lässt? Die Antwort: Weil offensichtlich Teile der Mannschaft von diesem Konzept nicht überzeugt sind.
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Ancelotti ist angezählt
Schon zum Saisonstart murrte Thomas Müller über Trainer Carlo Ancelotti, Stürmerkollege Robert Lewandowski wirkt ziemlich unzufrieden, im Umfeld wachsen die Zweifel am taktischen Starrsinn des italienischen Maestros. Schon erwarten einige dessen vorzeitiges Ende in München. Das gehört dazu beim FCB, die Ansprüche sind zu groß für 0:3-Pleiten in Paris. Und vielleicht spielt die Mannschaft wirklich gerade nicht für ihren Coach. Mit einem neuen Kandidaten werden längst Gespräche geführt.
Muss der FC Bayern, der hartnäckig auf angebliche Unterschiede zum neureichen Paris verweist, tatsächlich aber laut transfermarkt.de den teureren Kader hat (FCB: 581,50 Millionen Euro Marktwert, PSG: 521,30 Millionen Euro), am Ende auf den Pariser Kurs einschwenken? Mehr investieren, die Geld-Spirale mitgehen? Nein. Auch weit unter den Neymar- (222 Millionen Euro) und Mbappé-Regionen (180 Millionen Euro) gibt es exzellente Fußballer auf dem Markt, teilweise übrigens auch in der eigenen Jugend. Und der FC Bayern, der im Sommer immerhin mehr als 100 Millionen Euro für neue Spieler ausgab, hat durchaus Zugang zu solchen Juwelen. Entscheidender - das zeigt übrigens gerade das Beispiel Paris - ist aber, dass es der Trainer versteht, aus diesen ein Collier, ein Gesamtkunstwerk zu erstellen. Fußball bleibt ein Mannschaftssport, in dem auch herausragende Individuen präzise Zuspiele, defensive Absicherung und taktische Disziplin ihrer Mitspieler benötigen. Diese Qualität bietet Paris derzeit im Gegensatz zu den Bayern - und die schießt am Ende die Tore.
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Joscha Weber
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Datum: 28.09.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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zagluwka
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