Beste Filme von Berlinale 2018

Kino | Präsentationen

Goldener Bär geht an rumänischen Film "Touch Me Not"

19 Filme konkurrierten im Wettbewerb um die Bären. Jetzt stehen die Gewinner fest: Als bester Regisseur wird Wes Anderson mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Als bester Film bekommt "Touch Me Not" den Hauptpreis.
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Einen roten Faden gab es in diesem Jahr auf der Berlinale nicht. Das Spektrum der Filme, die im Wettbewerb gegeneinander konkurrierten, war breit gesetzt: Zivilcourage, Künstlerschicksale, Alltagsgeschichten und Flüchtlingsschicksale waren die Themen.
Der US-Amerikaner Wes Anderson erhält in diesem Jahr von der Berlinale-Jury den Silbernen Bären als bester Regisseur. Sein Animationsfilm "Isle of Dogs - Ataris Reise" war der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale, und hatte viel Zustimmung von Kritikern und Publikum erhalten. Anderson konnte die begehrte Trophäe allerdings nicht persönlich entgegennehmen. Stellvertretend für ihn nahm US-Schauspieler Bill Murray die Trophäe in Berlin in Empfang.
Den Großen Jurypreis und damit einen Silbernen Bären bekommt der Film "Twarz" der polnischen Regisseurin Malgorzata Szumowska. Als bester Schauspieler wird Anthony Bajon für seine Darstellung in dem französischen Film "Das Gebet" ("The Prayer") mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. Er spielt darin einen jungen Mann, der in einem Kloster versucht von seiner Drogensucht wegzukommen.
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Doppelte Ehrung für Film aus Paraguay
Seine Schauspielkollegin Ana Brun (68) aus Paraguay wurde ebenfalls mit einem Silbernen Bären als beste Darstellerin geehrt. Sie ist völlig unbekannt, und hat bisher Theater gespielt. Der Berlinale-Film "Die Erbinnen" ist ihr Debüt als Filmschauspielerin. Sie hoffe, dass der Film in ihrem Heimatland zu einem gesellschaftlichen Wandel beitragen kann. "Bei uns zählen Frauen nichts. Wirklich nichts. Wir sind Beiwerk. Dieser Film gibt uns Gesichter und Stimmen", sagte sie bei der Preisverleihung.
"Die Erbinnen" ("Las Herederas") von Regisseur Marcelo Martinessi, in dem Ana Brun die Hauptrolle spielt, wurde außerdem mit dem "Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet" geehrt und bekommt dafür ebenfalls einen Silbernen Bären. Auch der Fipresci-Preis des Internationalen Verbandes der Filmkritik ging an den südamerikanischen Film von Regisseur Martinessi.
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Sex in the Kino: Explizite Spielarten
Ein nicht nur beim Publikum umstrittenes Drama erhält in diesem Jahr die wichtigste Auszeichnungen der diesjährigen Berlinale: "Touch Me Not" erhält den goldenen Bären als bester Film. Die rumänische Regisseurin Adina Pintilie wagte damit einen spektakulären Beitrag auch zur #MeToo-Debatte. Sie verstehe ihren ersten abendfüllenden Kinofilm als "Forschungsprojekt" zum Thema Intimität, sagte sie in einem Interview. Bei der Preisverleihung im Berlinale-Palast zeigte sie sich sehr dankbar für das Vertrauen, das die Berlinale-Jury damit in ihre Arbeit gesetzt habe.
Jury-Vorsitzender Tom Tykwer hatte sich zum Auftakt des Filmfestivals "wilde und sperrige "Filme gewünscht. "Wir wollen nicht nur das würdigen, was das Kino kann, sondern auch das, wo es noch hinführen könnte", sagte er am Samstag (24.02.2018) bei der festlichen Preisverleihung auf der Bühne des Berlinale-Palastes. Das die Jury dieses Credo so knallhart bei der Vergabe des Goldenen Bären umsetzen würde, hätte kaum jemand geglaubt. Es wird vermutlich noch für Debatten sorgen.
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Preise der unabhängigen Jurys
Wenige Stunden vor der großen Berlinale-Gala wurde der deutsche Wettbewerbsbeitrag "In den Gängen" mit den Hauptdarstellern Franz Rogowski und Sandra Hüller schon mit zwei Preisen der unabhängigen Jurys ausgezeichnet. Die poetische Geschichte um zwei ostdeutsche Wende-Verlierer, die sich ausgerechnet in einem Schlachthof ineinander verlieben, erhielt am Samstag die Preise der Ökumenischen Jury und der Gilde Deutscher Filmtheater. Der Film von Regisseur Thomas Stuber galt auch als Favorit für einen der Bären in diesem Jahr.
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Großer Publikumsandrang auf der Berlinale
Zehn Tage lang war die ganze Welt des Films in Berlin zu Gast. Jury-Vorsitzender war in diesem Jahr der deutsche Regisseur Tom Tykwer ("Lola rennt", "Das Parfum"), der gerade mit der deutschen Serie "Babylon Berlin" in den USA große Erfolge gefeiert hat.
Für Berlinale-Chef Dieter Kosslick ist es das vorletzte Filmfestival, sein Vertrag endet 2019. Er zog für die diesjährige Berlinale ein positives Fazit. "Die Menschen hatten Freude daran, das Kino zu zelebrieren", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Außerdem habe die #MeToo-Debatte das Festival deutlich geprägt. Die gesellschaftliche Debatte dazu werde sicher weitergehen, ergänzte er im Hinblick auf die Oscar-Verleihung im März.
Die Berlinale ist das weltgrößte Zuschauerfestival. Insgesamt wurden 2018 wieder über 400 Filme präsentiert. 19 davon liefen  im Wettbewerb um die begehrten Goldenen und Silbernen Bären. Die Eröffnungsgala im Berliner Festivalpalast wurde vom Sender 3sat und DW-TV live übertragen.
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Heike Mund
http://p.dw.com/p/2tHSI
Datum: 28.02.2018
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