Ballsport: Tennis auf dem heiligen Rasen

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Es ist das bedeutendste Tennisturnier der Welt: "The Championships" in Wimbledon. Am Montag wird aufgeschlagen, dabei strebt Roger Federer seinen achten Titel an. Auf die Deutschen wartet kein einfaches Los.
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Die 131. Auflage steht kurz bevor. Und schon jetzt ist klar: Für viele der bislang 15 deutschen Tennisprofis dürfte Wimbledon im Londoner All England Club bereits nach ihrem Auftaktmatch zu Ende sein. Losglück allerdings hatten Angelique Kerber und Alexander Zverev, die mit vermeintlich leichten Gegnern ins Turnier starten.
So bestreitet die topgesetzte Vorjahresfinalistin Kerber ihr erstes Match am Dienstag auf dem Center Court. Dort trifft sie auf eine Qualifikantin. Zverev trifft ebenfalls am zweiten Turniertag auf den Russen Jewgeni Donskoi, der in Wimbledon bislang noch nie ein Spiel für sich entscheiden konnte.
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Die Favoriten
Seit zwölf Monaten verfolgt Roger Federer ein Ziel: Seinen achten Titel in Wimbledon. Der Schweizer triumphierte in der Vorbereitung auf den möglichen Rekordsieg in Melbourne, ließ die Sandsaison sausen und zeigte in Halle/Westfalen auch noch, dass er auf Rasen nichts verlernt hat.
"Ich spiele für meine Familie, mein Team, meine Fans, mein Land", sagt der 35-Jährige. Federers Rivalen sind die üblichen Verdächtigen: der schottische Titelverteidiger Andy Murray, der dreimalige Champion Novak Djokovic (Serbien) und Sandplatzkönig Rafael Nadal aus Spanien. Zweifelsohne könnte das Traumfinale "Federer/Nadal" heißen.
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Ohne Superstars
Bei den Damen fehlen gleich zwei Superstars und mit ihnen Glamour und Klasse: Die schwangere US-Amerikanerin Serena Williams und die verletzte Russin Maria Scharapowa. Nur deshalb zählt die zweimalige Siegerin Petra Kvitova aus Tschechien sechs Monate nach der Messerattacke in ihrem Appartement schon wieder zu den Favoritinnen. "Jede Spielerin kann jede schlagen", sagt Bundestrainerin Barbara Rittner. Ob das auch für ihre Fed-Cup-Frauen gilt? Die topgesetzte Vorjahresfinalistin Angelique Kerber sucht seit Wochen nach ihrer Form. Immerhin sorgte Julia Görges in der Vorbereitung auf Wimbledon mit dem Finaleinzug auf Mallorca für einen Hoffnungsschimmer. Die Ex-Finalistin Sabine Lisicki hofft nach langer Leidenszeit auf die Wende bei ihrem Lieblingsturnier.
Im Fokus stehen Tommy und Valentina Haas. Das Vater-Tochter-Gespann hat die Fans auf der Abschiedstour in Stuttgart und in Halle zu Tränen gerührt. Nun sagt der ehemalige Weltranglistenzweite auch in Wimbledon "Goodbye". Der All England Club gestattet Haas dank einer Wildcard den letzten Start auf dem Heiligen Rasen.     
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Hohes Preisgeld
Das Preisgeld in Wimbledon ist im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent gestiegen. Insgesamt werden 31,6 Millionen Pfund (37,4 Millionen Euro) ausgeschüttet. Die Sieger im Männer- und Fraueneinzel bekommen jeweils 2,2 Millionen Pfund. Seit 2011 hat sich das Preisgeld in Wimbledon mehr als verdoppelt. Rekordhalter sind allerdings weiter die US Open in New York, bei denen bereits im vergangenen Jahr 46,3 Millionen Dollar (41,7 Millionen Euro) vergeben wurden.
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Kerber erreicht zweite Runde in Wimbledon

Deutschlands Tennisstar Angelique Kerber gibt sich in der ersten Runde des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon keine Blöße. Die Weltranglisten-Erste wirkt gegen Irina Falconi aus den USA jedoch noch ziemlich nervös.
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Am Ende wirkte sie locker und erleichtert. Angelique Kerber gab den Tennisfans auf dem Center Court in Wimbledon fleißig Autogramme und ließ sich auf Selfies mit ihnen ablichten. Fünf Wochen nach ihrem enttäuschenden Erstrunden-Aus bei den French Open in Paris gewann die Weltranglisten-Erste ihr Auftaktmatch auf dem "Heiligen Rasen" von Wimbledon gegen die Qualifikantin Irina Falconi aus den USA mit 6:4 und 6:4. "Sie hatte nichts zu verlieren. Es war ein hartes erstes Match", sagte Kerber, nachdem sie nach 87 Minuten gleich ihren ersten Matchball verwandelt hatte. Zuvor hatte sie häufig nervös gewirkt. Ihr waren viele leichte Fehler unterlaufen. "Ich bin froh, die erste Runde überstanden zu haben", räumte Kerber ein. "Jetzt schaue ich nur noch von Spiel zu Spiel." In der zweiten Runde trifft die 29-Jährige entweder auf die Belgierin Kirsten Flipkens oder die Japanerin Misaki Doi. 2016 hatte Kerber das Finale von Wimbledon erreicht, sich dort aber der US-Amerikanerin Serena Williams geschlagen geben müssen. Williams ist schwanger und fehlt deshalb in diesem Jahr beim wichtigsten aller Tennisturniere.
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Auch Maria und die Zverevs weiter
Mit Tatjana Maria schaffte eine weitere Spielerin aus Deutschland den Sprung in Runde zwei. Die 29-Jährige profitierte beim Stand von 6:3, 2:2 von der Aufgabe ihrer Gegnerin Anastasia Potapowa. Die 16 Jahre alte Russin war ausgerutscht und unglücklich auf das linke Knie gefallen. Maria spielt am Donnerstag gegen die US-Amerikanerin Coco Vandeweghe, die gegen die Deutsche Mona Bartel mit 7:5 und 6:2 gewann.
Neben Kerber und Maria stehen auch die beiden Zverev-Brüder Alexander und Mischa in Runde zwei. Alexander, der Jüngere, setzte sich gegen den Russen Jewgeni Donskoi nach 1:50 Stunden mit 6:4, 7:6 (7:3) und 6:3 durch. Sein Bruder Mischa revanchierte sich erfolgreich gegen Bernard Tomic, gegen den er erst am vergangenen Donnerstag in Eastbourne deutlich verloren hatte. Diesmal ließ er dem Australier beim 6:4, 6:3, 6:4 kaum eine Chance.
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Novak Djokovic musste nicht zu Ende spielen
Im Wettbewerb der Männer zog der an Nummer 2 gesetzte Serbe Novak Djokovic mühelos in die nächste Runde ein. Sein Gegner, der Slowake Martin Klizan, gab beim Stand von 6:3, 2:0 für Djokovic wegen einer Wadenverletzung auf. Mischa Zverev erreichte erstmals seit 2009 wieder die zweite Runde in Wimbledon. Der 29-Jährige setzte sich gegen den Australier Bernard Tomic mit 6:4, 6:3, 6:4 durch. Tomic ließ sich im zweiten Satz vom Turnierarzt behandeln und bewegte sich anschließend nur noch sehr sparsam.
Auch für Alexander Dolgopolow aus der Ukraine, den Kontrahenten Roger Federers, ging beim Stand von 3:6 und 0:3 nicht mehr weiter. Ein leichter Sieg für Federer, der es in den 43 Minuten des abgebrochenen Matches auf dem Centre Court aber dennoch schaffte, zwei Meilensteine seiner Karriere zu erreichen. Zunächst servierte er sein 10.000 Ass - nur die Kroaten Ivo Karlovic und Goran Ivanisevic haben mehr geschlagen. Dann feierte er seinen 85. Erfolg in Wimbledon, mit dem er sich in dieser Kategorie an die Spitze vor Jimmy Connors setzte. Federer spielt im All England Club um seinen achten Titel, bislang teilt er sich die Führung in der Bestenliste mit Pete Sampras aus den USA und William Renshaw aus Großbritannien.
Ausgeschieden sind Lennard Struff und Daniel Brands. Struff verlor gegen den Vorjahres-Finalisten Milos Raonic aus Kanada mit 6:7 (5:7), 2:6, 6:7 (4:7), Brands gegen den Franzosen Gael Monfils mit 3:6, 5:7, 4:6.
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sn/asz/jhr (sid, dpa)
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Datum: 06.07.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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