Auf der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang

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Laura Dahlmeier: Zweiter Olympiastart, zweites Gold

Laura Dahlmeier ist auf bestem Weg, einer der Superstars der Winterspiele in Pyeongchang zu werden. Die deutsche Biathletin ist auch in ihrem zweiten Rennen nicht zu schlagen. Dahlmeier könnte weitere Rekorde knacken.
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Ihren überlegenen zweiten Olympiasieg feierte Biathlon-Königin Laura Dahlmeier bereits auf der Zielgeraden jubelnd mit der Deutschland-Fahne in der Hand. Zwei Tage nach ihrem Premieren-Gold im Sprint triumphierte die 24-Jährige auch im Verfolgungsrennen überlegen und schrieb trotz eines Schießfehlers ein weiteres Stück Biathlon-Geschichte. Dahlmeier ist die erste Skijägerin überhaupt, die bei Olympia sowohl Sprint als auch Verfolgung gewinnen konnte. Zudem ist sie nach Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner erst die zweite deutsche Biathletin, die zweimal Einzel-Gold bei denselben Winterspielen holte. "Es war ein richtig, richtig hartes Rennen, unfassbar!", sagte Dahlmeier nach ihrem zweiten Gold-Coup von Pyeongchang, noch immer frierend. "Meine Finger sind gerade aufgetaut, das waren Schmerzen, schlimmer als in jedem Rennen zuvor. Es war abartig."
Nichts scheint nach dem Erfolg der siebenmaligen Weltmeisterin vor der Slowakin Anastasiya Kuzmina (4 Fehler) und Anais Bescond (1) aus Frankreich mehr unmöglich - selbst der noch nie dagewesene Olympia-Triumph mit sechsmal Gold in sechs Rennen. Oder zumindest viermal Gold in allen Einzelrennen.
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Auf den Spuren von Michael Greis
Dahlmeier wirkt locker und befreit, ihren Kindheitstraum vom Olympiasieg hatte sie sich gleich am Samstag erfüllt - und hat überhaupt nichts zu verlieren. Die aktuelle Situation ähnelt der im vergangenen Jahr, als sie bei der WM in Hochfilzen in Österreich sechs Medaillen holte. Bisher erfolgreichster deutscher Biathlet bei einem Olympia-Event ist Michael Greis, der bei den Winterspielen 2006 in Turin dreimal Gold holte - im Einzel, Massenstart und der Staffel. Legende Ole Einar Björndalen aus Norwegen holte als bisher Einziger 2002 in Salt Lake City viermal Gold - in den damals nur drei Einzelrennen und der Staffel.
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Nerven wie Drahtseile
Dahlmeier dominierte das Rennen bei eisigen Temperaturen von zehn Grad unter Null zunächst von der Spitze weg. Mit 24 Sekunden Vorsprung auf die Norwegerin Marte Olsbu war sie auf die Strecke gegangen, doch im zweiten Schießen leistete sich Deutschlands "Sportlerin des Jahres 2017" den ersten Fehler. Das Polster auf die nahende Slowakin Anastasiya Kuzmina schmolz anschließend auf nur noch neun Sekunden, ehe die zweimalige Sprint-Olympiasiegerin vor dem dritten Schießen vorbeizog. Doch Dahlmeier zeigte bei starkem Wind erneut ihre Nervenstärke und entschied das Rennen im dritten Schießen. Während die Bayerin fehlerfrei blieb, musste Kuzmina zweimal in die Strafrunde. Im letzten Stehendschießen blieb sie ebenfalls ohne Fehler. "Laura überstrahlt wieder alles", schwärmte Bundestrainer Gerald Hönig. "Was Laura hier an Biathlon in Perfektion zeigt, habe ich in der Art und Weise noch nicht gesehen. Sie ist professionell bis in die Haarspitzen."
Schon vor einem Jahr bei der WM in Hochfilzen hatte Dahlmeier fast spielerisch Rekorde aufgestellt, die wohl sehr lange Bestand haben werden. Mit fünfmal Gold und einmal Silber holte sie bei der WM in Hochfilzen in allen sechs Rennen eine Medaille. Fünf WM-Titel bei einem Event oder elf WM-Medaillen in Serie holte noch niemand im Biathlon-Zirkus. Bei Großereignissen gewann sie in 13 Rennen am Stück eine Medaille. Auch das ist bislang unerreicht.
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Den Bergen verfallen
Dahlmeier, 1993 in Garmisch-Partenkirchen geboren, tendierte als Kind eigentlich eher zum alpinen Skisport. Nur weil ihr das Schießen so viel Spaß gemacht habe,  sei sie schließlich als Zehnjährige Biathletin geworden, erzählte Dahlmeier einmal. 2013 wurde sie dreifache Juniorenweltmeisterin, im selben Winter gab sie auch ihr Debüt bei der Erwachsenen-WM und im Weltcup. Ihren ersten WM-Titel gewann Dahlmeier 2015 mit der Staffel, ihr erstes Einzelgold im Verfolgungsrennen der WM 2016. Auch jenseits des Biathlon-Sports zieht es die 24-Jährige in die Berge. Dahlmeier ist eine begeisterte Bergsteigerin, Kletterin und Mountainbikerin. Im vergangenen Sommer bestieg sie in Peru den 5947 Meter hohen Alpamayo.
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sn/cc (dpa, sid)
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Peiffer überraschend Sprint-Olympiasieger

Arnd Peiffer gewinnt in Pyeongchang sensationell das dritte Olympia-Gold für Deutschland. Der 30-Jährige setzt sich am zweiten Wettkampftag im Sprint durch - und düpiert dabei die komplette Weltspitze.
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Auf den Schultern der deutschen Betreuer ließ sich Arnd Peiffer für seinen Sensationscoup feiern und jubelte ausgelassen in die Kameras. Einen Tag nach Laura Dahlmeier gewann auch der 30-Jährige bei den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang die Goldmedaille im Biathlon-Sprint. Am Sonntag setzte er mit null Fehlern vor dem Tschechen Michal Krcmar (0 Fehler) und Dominik Windisch (1) aus Italien durch. Peiffer feierte in Südkorea völlig überraschend den größten Erfolg seiner Karriere und krönte sich zum siebten deutschen Einzel-Olympiasieger bei den Skijägern. Zuvor hatte Sven Fischer 2006 in Turin im Sprint triumphiert.
Peiffers beste Saisonplatzierung war zuvor ein dritter Platz im Sprint von Antholz im Januar gewesen. Insgesamt hatten die deutschen Skijäger in diesem Winter zuvor noch keinen Sieg gefeiert. Der erste kam nun zum perfekten Zeitpunkt und Peiffer bescherte den Biathleten im zweiten Rennen das zweite Gold.
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Erst der neunte Sieg überhaupt
2011 hatte Peifer den WM-Titel im Sprint gewonnen und war zudem bereits dreimal mit den Staffeln Weltmeister. Für den Deutschen, der 2014 in Sotschi mit der Staffel Olympia-Silber gewonnen hatte, war es erst der neunte Sieg seiner Karriere. Dabei hatte er vor dem Rennen im bitterkalten Alpensia Center noch großen Stress, denn der Schlagbolzen seiner Waffe war bei eisigen Temperaturen gebrochen, und es musste repariert werden.
Peiffer profitierte davon, dass die beiden Top-Favoriten Johannes Thingnes Bö (4 Fehler) aus Norwegen und Martin Fourcade (3) aus Frankreich patzten und im Kampf um die Medaillen keine Chance hatten. Fourcade hatte zuvor in allen Saisonrennen auf dem Podest gestanden, Bö acht Siege gefeiert. Während sich Fourcade noch auf Rang acht rettete, belegte Bö nur Platz 31.
Die Deutschen hätten ein noch besseres Mannschaftsergebnis erreichen können, doch sowohl Erik Lesser als auch Benedikt Doll verfehlten ihren jeweils letzten Schuss. Mit jeweils einem Fehler belegte Doll Platz sechs, Simon Schempp wurde Siebter und Lesser belegte Rang elf.
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Mit akribischer Arbeit zu Gold
Peiffer, der im vergangenen Sommer seine Freundin geheiratet hatte, ging in dieser Saison oft eigene Wege. Bereitete sich zu weiten Teilen individuell auf den Winter vor.
Der Routinier, der für seine kritischen Worte im Anti-Dopingkampf bekannt ist, war ohne große Erwartungen nach Südkorea gereist. "Ich mache mir nicht mehr Druck, will es eher genießen", sagte er. Und genau die Einstellung hat dem Kuchenliebhaber, der gerne mal mit Angela Merkel Abendessen würde, jetzt zu seinem größten Erfolg verholfen.
Der bodenständige und beharrliche Peiffer gilt als akribischer Arbeiter, der alle Trainingsergebnisse penibel auswertet und ständig an sich arbeitet. Eines mag er aber gar nicht: "In der Mittagszeit bin ich zu nichts zu gebrauchen." Vielleicht sind es seine letzten Olympischen Spiele, hatte Peiffer vor dem Start des Saisonhöhepunktes gesagt. Und vielleicht erfüllt er sich dann irgendwann mal seinen Wunsch: Eine Reise nach Alaska.
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ck/tk (dpa)
Calle Kops (dpa)
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Datum: 14.02.2018
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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zagluwka
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