5 europäische Musiker, von denen Sie wahrscheinlich nicht gedacht hätten, dass sie auch als Maler aktiv sind

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Manchen Künstlern scheint es nicht auszureichen, nur auf einem Gebiet kreativ zu sein. Viele Musiker etwa widmen sich auch der Malerei, oft mit beachtlichem Erfolg. Einer davon ist der Ex-Beatle Paul McCartney.
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Udo Lindenberg
Mit Kritzeleien für seine Fans fing alles an. Auf Autogrammkarten zeichnete Udo Lindenberg kleine Figuren mit Hut. Aus diesen "Udogrammen" entwickelte sich bei dem Sänger eine echte Leidenschaft für die Malerei, und ab Mitte der 1990er Jahre entstanden ganze Lindenberg-Gemäldezyklen. Besonders bemerkenswert: die sogenannten "Likörelle", gemalt mit Eierlikör, Blue Curacao, Grenadine oder Whiskey.
Ron Wood
Bevor er zur Musik kam, nahm er Unterricht an einer Kunstschule in London. Auch als Gitarrist der Rolling Stones blieb Ron Wood seiner Leidenschaft treu. Die Musik ist dabei auch in der Malerei sein wichtigstes Sujet. So sind viele seiner Motive befreundete Musikerkollegen. Bis zu 800.000 Euro kostet ein Gemälde, und selbst die Kunstdrucke gehen für mehrere tausend Euro weg.
Paul McCartney
"Für das Malen musste ich eine mentale Sperre durchbrechen", sagte Paul McCartney einst im Vorwort einer seiner Ausstellungskataloge. Erst mit 41 Jahren traute er sich an die Leinwand und hielt auch danach seine Gemälde jahrelang unter Verschluss. Mit 56 schließlich präsentierte er seine expressionistischen Werke zum ersten Mal der Welt.
Ringo Starr
Sein Interesse für Kunst entstand mehr oder weniger aus Langeweile. Auf Tour spielte der frühere Beatles-Schlagzeuger abends im Hotelzimmer mit dem Zeichenprogramm seines Computers. Heraus kamen Bilder, die zugegebenermaßen ein bisschen aussehen wie von Kinderhand gezeichnet. Trotzdem verkaufen sie sich prächtig. Vielleicht auch, weil Ringo Starr sich als Künstler selbst nicht so ernst nimmt.
Bono
Umtriebiger als Bono von U2 ist kaum einer. Er ist nicht nur Sänger, Songwriter, Gitarrist und Aktivist, sondern auch Maler. 2003 illustrierte er das Musikmärchen "Peter und der Wolf" zusammen mit seinen Töchtern Jordan und Eve. Die Zeichnungen kamen für 280.000 Euro unter den Hammer. Natürlich für einen wohltätigen Zweck.
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Den Promibonus wollte er nie. Dass Menschen seine Bilder nur wegen des Namens mögen, ist keine schöne Vorstellung für Paul McCartney. So selbstbewusst der Ex-Beatle sich selbst und seine Musik vermarktete, so zurückhaltend war er mit seiner zweiten großen Leidenschaft, der Kunst. Und so entstand ein großer Teil seiner Gemälde jahrelang im Verborgenen.
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Kunst im Keller
Das Interesse an der Malerei war bereits seit der Kindheit da. Schon mit 11 Jahren soll McCartney an der Schule einen Kunstpreis erhalten haben. Doch erst 1983, da war er schon 41, begann er regelmäßig den Pinsel zu schwingen. Es heißt, der amerikanische Maler Willem de Kooning, ein Freund und bekannter Expressionist, soll ihn dazu ermuntert und ihn in seinem Stil maßgeblich beeinflusst haben.
An die Öffentlichkeit gerieten die Gemälde jedoch nie. Jahrelang hortete Paul McCartney seine Kunst im Keller. Nur ab und zu sprach er in Interviews über seine Leidenschaft. Anfang der 1990er Jahre erregte er damit die Aufmerksamkeit von Wolfgang Suttner, Kulturreferent der Stadt Siegen. Er war neugierig und schrieb McCartney, bekundete Interesse an einer Ausstellung.
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Kleine Bühne für den großen Star
Das hatten vorher schon einige getan. Doch McCartney gefiel, dass sich Suttner nicht für ihn als Prominenten, sondern für seine Malerei interessierte, die der Kunstexperte unter die Lupe nehmen wollte. McCartney fühlte sich als Maler ernstgenommen und lud den Kunstkenner nach Großbritannien ein. So kam die Stadt Siegen im Jahr 1999 zur weltweiten Überraschung dazu, Gastgeber der allerersten Ausstellung des Superstars zu werden. Eine kleine Bühne, um zum ersten Mal gesehen zu werden, das kam dem noch unerfahrenen Maler Paul McCartney ganz gelegen.
Als expressionistisch und ein wenig surreal beschreiben Experten seinen Stil. Sicher nicht konkurrenzfähig mit den großen Expressionisten und Künstlern dieser Welt. Aber doch gut genug, um gezeigt zu werden. Inzwischen gab es Ausstellungen auch in New York und in London. Und auch wenn es McCartney nicht gefällt: Dass limitierte und signierte Drucke seiner Gemälde für mehrere tausend Dollar über den Ladentisch gehen, wird wohl auch etwas mit seinem berühmten Namen zu tun haben.
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Antje Binder
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Datum: 30.09.2017
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