2018 World Cup Qualifikation

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Glücklicher DFB-Sieg in Tschechien

Mats Hummels seid Dank: Nur wegen eines späten Kopfballtores des Bayern-Verteidigers bleibt der Weltmeister in der WM-Qualifikation weiterhin ohne Punktverlust. Dabei wäre ein Punkt für Tschechien verdient gewesen.
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Siebtes Spiel, siebter Sieg  - Bundestrainer Joachim Löw kommt seinem Ziel näher. Das da heißt: WM-Qualifikation ohne Punktverlust. Die DFB-Elf gewann am Freitagabend in Prag gegen Tschechien mit 2:1 (1:0) und ist weiterhin Tabellenführer der Gruppe C. Überzeugend war die Leistung des deutschen Teams allerdings nicht:  Nach vorne spielte der Weltmeister pomadig und hinten zu nachlässig. "Wir haben eindeutig zu viele Fehler gemacht", meinte Thomas Müller nach der Partie gegenüber dem Fernsehsender RTL.
Auf ein Tor mussten die Zuschauer nicht lange warten. Bereits in der vierten Minute zappelte der Ball im Netz der Gastgeber. Verteidiger Mats Hummels fing einen vertikalen Pass von Bremens Theodor Gebre Selassie ab. Der Bayern-Profi bediente sofort Mesut Özil, der Timo Werner mit einem flachen, langen Pass in den rechten Strafraum schickte. Der Spieler von Vizemeister RB Leipzig drückte den Ball dann an Schlussmann Tomas Vaclik vorbei ins Tor (4. Minute). Das vierte Tor im siebten Länderspiel - eine sehr gute Quote für Stürmer Werner.
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Fehlentscheidung des Schiedsrichters
Tschechiens Trainer Karel Jarolim berief zwei Bundesliga-Spieler in die Startelf: Neben Gebre Selassie auch Herthas Vladimir Darida. Zudem saßen Werders Torhüter Jiri Pavlenka und Hoffenheims Pavel Kaderabek auf der Bank. Der Rückstand schien das tschechische Team zu motivieren, das nun zu vielversprechenden Tormöglichkeiten kam. So musste unter anderem der deutsche Torhüter Marc-André ter Stegen in der 16. Minute nach einem flachen Weitschuss von Jakub Jantko schnell rechts unten abtrauchen. Die Löw-Elf tat sich nach der Führung schwer in der Offensive. Die Tschechen spielten beim Vorwärtsspiel der Deutschen mit einer Fünfer- und davor einer Viererkette.
Die beste Möglichkeit hatten die Tschechien in der ersten Halbzeit, als Jantko nach einem Konter rund 30 Meter vor dem Tor allein auf ter Stegen zu lief. Doch der Linienrichter hob wegen vermeintlichen Abseits die Fahne - eine Fehlentscheidung (36. Minute). Zudem hätte kurz vor dem Abpfiff Gebre Selassie auch den Ausgleich erzielen können. Doch der Bremer konnte sich nicht entscheiden, zu flanken oder  selber aufs Tor zu schießen. Er entschied sich für die dritte Variante - keines von beiden (45.).
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Traumtor von Herthas Darida
Auch in der zweiten Halbzeit zeigte sich Deutschlands Gegner immer mal wieder mit guten Spielzügen im deutschen Strafraum. Allein beim letzten Pass und im Abschluss waren die Tschechen zu harmlos. Bundestrainer Löw holte in der 61. Minute den unauffälligen Julian Brandt raus und brachte für ihn Verteidiger Antonio Rüdiger, um die Defensive zu stärken. Doch in der 78. Minute gelang dem tschechischen Team der Ausgleich - durch ein Traumtor: Darida zog aus 25 Metern ab und der Ball landete rechts oben im Torwinkel, unhaltbar für Schlussmann ter Stegen (78.). Es war das zweite Gegentor in dieser WM-Qualifikation für das DFB-Team.
2018 World Cup Qualifications - Europe - Czech Republic gegen Deutschland (Reuters/D. W. Cerny)
War dies also der erste Punktverlust in der WM-Qualifikation? Nein. Kurz vor dem Abpfiff zirkelte Toni Kroos bei einem Freistoß den Ball in den Strafraum, wo der 1,91 Meter große Mats Hummels am höchsten sprang und den Ball ins rechte Toreck zum 2:1-Sieg einköpfte (88.). "Wir haben heute viel Glück benötigt", gab Löw später zu. "Wir hatten viel Ballbesitz, aber keine zwingenden Torchancen." In der Gruppe C gewann zudem Norwegen mit 2:0 (1:0) gegen Aserbaidschan und San Marino unterlag Nordirland mit 0:3 (0:0). Am Montag trifft das Löw-Team in Stuttgart auf Norwegen (ab 20:30 Uhr MESZ im DW-Livestream).
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Sarah Wiertz
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Joachim Löws Mission: Mit weißer Weste zur WM 2018

In der WM-Qualifikation gegen Tschechien kehren die Weltmeister Hummels, Kroos, Müller und Özil ins Team zurück. Im Angriff wird ein Youngster ins Spiel gehen - und in Sachen Taktik zeigt Bundestrainer Löw klare Kante.
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Geheimnisvoll bis kryptisch - so gibt sich Bundestrainer Joachim Löw gerne vor anstehenden Spielen der Nationalelf. Diesmal ist es anders: Schon 30 Stunden vor dem Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels gegen Tschechien gab Löw Einblick in Marschroute und Personal gegen Tschechien. Den Auftrag für Freitagabend (Anstoß 20:45Uhr - verfolgen Sie die Partie ab 20:30 Uhr im DW-Livestream!) in der 20.000 Zuschauer fassenden Eden Arena formulierte er ebenfalls klar. "Die Zielvorgabe ist, die weiße Weste zu behalten." Löw erwartet den siebten Sieg im siebten Spiel der WM-Qualifikation.
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Werner und die Weltmeister
Vor allem mit der Offensivstärke will der Coach punkten. Dabei setzt er nicht auf Routinier Mario Gomez, sondern gibt dem 21 Jahre alten Timo Werner von RB Leipzig den Vorzug. "Timo hat beim Confed Cup gut gespielt und ist auch gut in die Saison gekommen", sagte Löw.
Ansonsten setzt der Trainer beim Startschuss der WM-Saison wie erwartet auf seine beim Confed Cup geschonten Fußball-Weltmeister. Mats Hummels, Toni Kroos, Thomas Müller und auch Mesut Özil werden ihre Stammplätze wieder einnehmen. Löw bezeichnete sie als "Fixpunkte". Dazu werden Dauerbrenner Joshua Kimmich, Jonas Hector und Torwart Marc-André ter Stegen in der Startformation stehen, wie Löw verriet. Lediglich drei Positionen ließ der Chefcoach offen: der zweite Innenverteidiger neben Hummels, der zweite defensive Mittelfeldmann neben Kroos sowie eine Position im offensiven Mittelfeld. Nur 40 Stunden hat der DFB für den Abstecher nach Prag vorgesehen. Hinfliegen, gewinnen und noch in der Nacht zum Samstag zurück nach Stuttgart steht im Ablaufplan. "Wir haben alle Spiele in der Quali gewonnen, das wollen wir beibehalten", sagte der Kölner Hector. Im Idealfall könnte so schon am Montag in Stuttgart gegen Norwegen vorzeitig das Ticket zur WM-Endrunde in Russland gebucht werden - sofern der Gruppenzweite Nordirland (mit derzeit 13 Punkten) in San Marino oder gegen Tschechien nicht gewinnt.
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Zurück zur Viererkette
Löw dürfte seine neue Mischung aus etablierten Weltmeistern und den Confed-Cup-Gewinnern wieder in der altbewährten 4-2-3-1-Formation auf den Platz schicken - und nicht mit einer Dreier-Abwehrreihe wie beim erstaunlichen Turniersieg in Russland. "Ich rechne mit einer Viererkette", sagte Abwehrchef Hummels. Der Münchner begrüßt ausdrücklichdie verschärfte Konkurrenzsituationim Team. "Es sorgt dafür, dass alle bei hundert Prozent sind und liefern müssen. Das wird uns deutlich stärker machen", erklärte er.
Die drei offenen Positionen waren in den Trainingseinheiten extrem umkämpft. Als Favorit für die Position neben Hummels im Abwehrzentrum gilt Antonio Rüdiger. Für den Platz des verletzten Weltmeisters Sami Khedira (Kniereizung) im defensiven Mittelfeld neben Toni Kroos gibt es drei Optionen: Sebastian Rudy, Leon Goretzka und Emre Can. In der offensiven Mittelfeldreihe könnte Confed-Cup-Kapitän Julian Draxler das Startmandat erhalten. "Unsere Auswahl ist durch den Confed Cup größer geworden", sagte Löw, der mit Blick auf 2018 erneut betonte: "Ein Freiticket für die Weltmeisterschaft hat niemand!"
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Tschechien unter Zugzwang
Gegner Tschechien unter Coach Karel Jarolim wird mit Bundesligaprofis wie Vladimir Darida (Hertha), Pavel Kaderabek (Hoffenheim) oder Theodor Gebre Selassie (Werder Bremen) auflaufen. "Wir werden die Deutschen etwas herumjagen müssen, denn auf jeder Position sind sie besser als wir", sagte der Hoffenheimer Verteidiger Kaderabek zur Marschroute der Gastgeber. Löw erwartet einen Gegner, der alle Kräfte mobilisieren wird. "Tschechien steht mit dem Rücken zur Wand", urteilte er. Mit neun Punkten liegen die Tschechen hinter Nordirland (13) auf Platz drei, das WM-Aus droht. Trainer Jarolim versprach "maximalen Einsatz" gegen den Weltmeister.
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Jens Krepela (mit sid,dpa)    
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Datum: 03.09.2017
Hinzugefügt:   venjamin.tolstonog
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